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von Kira Alkim aus ihrem Heimatwahlkreis.

Gespräch mit meiner Wahlkreisabgeordneten (Wahlkreises 056: Prignitz – Ostprignitz-Ruppin – Havelland I),

Dr. Kirsten Tackmann

(Fraktion DIE LINKE. im Deutschen Bundestag),

am Mittwoch, den 18. März 2015

 
Dr. Tackmann, Kira Alkim

Warum ist DIE LINKE. Ihre politische Heimat geworden?

Entscheidend waren und sind immer noch 2 Punkte. Zum einem ist es die Friedenspolitik, da ich strikt gegen militärische Lösungen bin. Deutschland sollte da Vorreiter sein und hat besondere Verantwortung nach zwei Weltkriegen. Zum anderen bin ich für eine sozial gerechtere Welt. Ich möchte, dass sich jeder nach seinen Möglichkeiten entwickeln kann. In diesen Punkten ist meiner Ansicht nach DIE LINKE. am konsequentesten. Später ist auch hinzugekommen, dass ich die Verbindung von sozialer Gerechtigkeit und Umwelt-, Klima- und Naturschutz für sehr wichtig halte.

Was sind in den nächsten Jahren Ihre politischen Ziele?

Ich bin in der Agrarpolitik tätig und möchte, dass die Landwirtschaft sich mehr um die Versorgung der Menschen kümmert. Genauer gesagt, Nahrung und Energie so produziert, dass die Schonung der Natur und die Lebensqualität gewährleistet ist. Ich wohne selbst in einem Dorf mit wenigen Einwohnern und möchte auch, dass da die Mobilität, die Bildung und die Natur gesichert ist. Das sind für mich die wichtigsten Ziele.

Wie viele Stunden hat Ihre Arbeitswoche?

Es ist sehr unterschiedlich aber man kann doch sagen, dass es selten unter 60 Stunden ist. Es ist sehr aufwendig, wenn man sich doch mit vielen Dingen ernsthaft beschäftigen und auch auseinandersetzen will und vielleicht auch muss. Ich muss auch viel mit meinem Wahlkreis kommunizieren um zu erfahren, was das Volk möchte.

Und was machen Sie, wenn Sie mal nicht arbeiten müssen?

Da ich sehr Naturverbunden bin, verbringe ich viel Zeit im Garten, gehe gern mit meinem Hund spazieren und genieße einfach die Natur. Ansonsten gehe ich auch gerne mal ins Kino oder Theater aber dafür ist oftmals kaum Zeit. Wichtig ist es auch Zeit mit den Freuden zu verbringen, wo es mal nicht um Politik geht.

Wie ist Ihre Meinung zur Griechenland Krise? Haben Deutschland und/oder Europa hier Fehler gemacht?

Ja, hier sind schwerwiegende Fehler gemacht worden. Das Geld, was nach Griechenland gehen sollte ist da nicht angekommen sondern bei den Banken um diese zu retten. Das Oligarchen-System ist nicht abgeschafft worden und die griechische Regierung ist nicht dazu gezwungen worden für Steuergerechtigkeit zu sorgen. Der LINKEN war klar, dass es so zu Verarmung kommt. Nicht die Griechinnen und Griechen haben über ihre Verhältnisse gelebt, sondern das waren ja ganz andere. Deshalb sind wir an der Seite der neuen Regierung in Griechenland, weil wir da die Punkte sehen, die verändert werden müssen. Nur so kommt Griechenland aus der Krise heraus.

Denken Sie, dass der Fall Sebastian Edathy Auswirkungen auf die Politik und die Gesellschaft hat und auch Folgen?

Zum einen bin ich vom Kollegen Sebastian Edathy sehr enttäuscht, weil ich ihn, auch wenn ich ihn nicht persönlich gekannt habe, durchaus geschätzt habe. Er war sehr konsequent in seinem Handeln. Dass er jetzt mit seiner menschlichen Schwäche so umgeht und kein Weg gefunden hat, reinen Tisch zu machen, auch mit sich selbst und sich dem zu stellen, finde ich sehr bedauerlich. Ich fürchte, dass das zur Konsequenz hat, dass die Politiker wieder so dargestellt werden, dass wir alle nicht ehrlich sind.

Wofür denken Sie lohnt es sich momentan am meisten zu kämpfen?

Ich glaube, dass der Weltfrieden, was immer noch als selbstverständlich angesehen wird, in Gefahr ist. Das hört sich sehr als Phrase an aber man sollte alles dafür tun um eine friedliche Weltordnung zu erreichen in der natürlich auch soziale Gerechtigkeit einen hohen Stellenwert haben sollte. Da gehen wir als Deutschland nicht immer klug mit den Konflikten um.

Bei welchen politischen Entscheidungen mussten Sie bisher am meisten mit sich kämpfen?

Aus aktuellem Anlass natürlich Griechenland. Natürlich braucht es Zeit aber es haben sich die Rahmenbedingungen noch nicht geändert. Es ist mir sehr schwer gefallen zur Verlängerung des „Hilfspakets“ um 4 Monate „Ja“ zu sagen, weil wir vorher es sehr konsequent abgelehnt haben, was auch vollkommen richtig war. Jetzt den Kompromiss zu machen, weil gewisse Änderung so schnell nicht zu realisieren sind, also Zeit dafür gebraucht wird, ist ein Punkt, mit dem man innerlich ringt.

Wie würden Sie den Wahlkreis in 3 Worten oder Sätzen beschreiben? 

Es ist ein schöner Wahlkreis, der sehr viel Potenzial hat mit sehr engagierten Menschen. Was man dazu sagen muss ist, dass es ein Wahlkreis ist, der von der Armut bedroht ist.

Könnten Sie mir jeweils einen guten Grund nennen, warum ich ihre Partei bei den kommenden Bundestagswahlen wählen sollte und warum nicht?

Ich denke, das gerade junge Menschen mehr als wir daran interessiert sein müssen, was aus ihrer Zukunft wird und das Entscheidungen die heute und morgen getroffen werden auch in naher und weiter Zukunft richtig sind. Die LINKE denkt dahingehend weiter und ist konsequenter.

Das ist nun meine letzte Frage: Besuchen Sie auch Schulen?

Wenn es möglich ist, besuche ich sehr gerne Schulen. In Brandenburg ist das schwierig und 6 Wochen vor den Wahlen dürfen wir gar nicht in die Schulen, was ich sehr bedauere. Meine schönsten und lebhaftesten Podiumsdiskussion hatte ich an Schulen.

Vielen Dank für das Gespräch

Kira Alkim, Praktikantin bei der Verwaltung des Deutschen Bundestages, Referat ZT 4, Teilbereich Etagendienst