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Die Bienen von heute haben (mindestens) zwei Probleme, die miteinander zusammenhängen. Sie verrichten ihre sprichwörtlich fleißige Arbeit zur Honigproduktion und Ertragssicherung, also zum Wohle der Agrarwirtschaft und der Menschheit, eher unbemerkt.

Deshalb wird sie viel zu selbstverständlich vorausgesetzt. Das trägt zu Problem 2 bei: Ihre Arbeitsbedingungen haben sich für viele unbemerkt ebenso vielfältig wie drastisch verschlechtert. Bienenschädigungen und der Verlust ganzer Bienenvölker sind die Folge.

Die Forderung nach Verbesserungen der Bienenwelt liegt also auf der Hand und ist wie Honig zum Imker tragen. Das heißt aber ganz dicke Bretter bohren. Appelle an die individuelle Einsicht reichen nicht. Eine wesentliche Ursache ist eine Agrarpolitik, die Landwirtschaftbetriebe den rein ökonomischen Zwängen des deregulierten Weltagrarmarkts ausgeliefert hat. Dieser Markt ist blind für die Interessen der Bienen und der Imkerei. Er darf so nicht bleiben, sondern braucht dringend ein bienenfreundliches Regelwerk. Auch die öffentlichen EU-Agrargelder müssen bienengerechter verteilt werden. Mit ihrer Berliner Erklärung vom Juni 2012 haben die deutschen Imkerverbände klar und deutlich signalisiert, was zu „guter Arbeit und gutem Leben“ für Bienen beitragen muss. Die Politik ist gut beraten, diesen Sachverstand ernst zu nehmen!

Das Konzept der LINKEn für die Gemeinsame EU-Agrarpolitik ab 2014 enthält bereits viele dieser Forderungen. Wir brauchen mehr Nahrungspflanzen für Bienen in der Agrarlandschaft. Dazu tragen ökologischen Vorrangflächen in den Betrieben bei. DIE LINKE fordert 5% bei dauerhaften, 10% bei ein- und mehrjährigen Strukturen, wobei bereits Vorhandenes gerechterweise angerechnet werden soll. Dazu gehören Blühstreifen oder Randstreifen von Feldern, Wegen, Wäldern und Gewässern, aber auch der Anbau von Leguminosen oder alternativen Energiepflanzen (insbesondere Blühpflanzen). Ein Katalog von sinnvollen Varianten soll den Entscheidungsspielraum öffnen für einen wirksamen Ausgleich real existierender Defizite in den Regionen. Die Betriebe müssen nach unserem Konzept auf die Umwandlung von Grünland in Ackerland und auf Agro-Gentechnik verzichten, wenn sie Flächenprämien bekommen wollen. Die Verbreiterung der Fruchtfolgen und generell der Kulturpflanzenvielfalt auf dem Acker gehören zu einer bienentauglichen Agrarlandschaft. Bienenfreundliche Programme sollten mit mehr Geld aus Brüssel unterstützt werden, absolut und als Finanzierungsanteil. Schließlich muss mit Pflanzenschutzmitteln sorgsamer umgegangen und das Zulassungsverfahren konsequent bienentauglich gemacht werden. Die Bienen und die Imkerei sollten uns das wert sein.