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Angler sprachen mit Bundestagsabgeordnete über Kormoran

Am Dienstag (28.04.2009) trafen sich Mitglieder des Kreisanglerverbandes Kyritz zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Aal und Kormoran. Die Anglerfreunde hatten die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Mitglied im Agrarausschuss) und den Wissenschaftler Dr. Jürgen Goretzki vom Thünen-Institut in Eberswalde eingeladen, um darüber zu beraten, wie mit den sinkenden Aalbeständen und der steigenden Kormoranpopulation umgegangen werden kann. Alle waren sich einig, dass beide Entwicklungen etwas miteinander zu tun haben, der Rückgang der Aalbestände aber noch weitere wichtige Ursachen hat. Dabei spielt zum Beispiel auch der Schwimmblasenwurm eine Rolle. Stauanlagen und Kraftwerke versperren die Wanderwege der Aale. Bis zu 97% beträgt die Sterblichkeit der so genannten Blankaale bei der Rückwanderung in den Atlantik zum Laichen. Zudem werden die jungen Glasaale vor den Atlantikküsten legal und illegal bestandsbedrohend überfischt. Auch an diesen Stellen muss die EU-Fischereipolitik dringend handeln um die Bestände des Europäischen Aals zu stabilisieren, die bereits seit den 1980er Jahren sinken, aber als "Brotfisch" die Binnenfischerei wirtschaftlich bedeutsam sind. Aber auch vor der Kormoranfrage dürfe sich Politik nicht wegducken, wurde gefordert. Die Bestände haben sich seit den 1980er Jahren verfünffacht. Der Trend gilt europaweit. Sie sind für Angler und Fischer zu einem Problem geworden. Die Angler führen die ständig zurückgehenden Aalbestände auch auf den großen Appetit dieser Vögel zurück. Selbst wenn nach Untersuchungen aus Brandenburg aus dem Jahr 2005 nur 13% der Kormorannahrung Aale waren, so ist dieser zusätzliche Verlust aufgrund der steigenden Zahl an Kormoranen nicht unerheblich. Erst Recht, weil die Angler jährlich auf eigene Kosten oder mit Fördermitteln Glassaale in die Gewässer einsetzen, die sie dann gern auch nicht nur als Kormoranfutter sehen möchten. Zumal mit den hohen Kormoranbeständen auch andere Fischarten unter hohen Beutedruck geraten. Deshalb waren sich die Teilnehmer einig, dass eine Regulierung der Kormoranbestände begleitend zu vielen anderen Maßnahmen zum Schutz der Fischbestände notwendig ist. Das geforderte Kormoranmanagement wird aber nur wirksam sein, wenn es EU-weit gilt. Beispiele aus anderen europäischen Ländern belegen, dass es Lösungen gibt, die natürlich dem Tierschutz und dem Naturschutz gerecht werden müssen. Außerdem muss zum Beispiel geprüft werden, welche gewässerbauliche Maßnahmen den Zugriff der Kormorane auf die Fischbestände wirksam erschweren. Diese sollten dann auch gefördert werden. Darüber hinaus wurden dringend weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der Aal-Bestände gefordert. Bundes- und Landesregierung müssen kurzfristig die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen.