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Erklärung nach § 31 GO Dr. Kirsten Tackmann MdB zu der Abstimmung am 7. November 2019 über die Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses: Sammelübersicht 365 zu Petitionen auf Drucksache 19/14391, Beschlussempfehlung 2, lfd. Nr. 2; Petition 3-19-10-787-006685 (biologische Vielfalt)

Der Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses zur Petition 3-19-10-787-006685 stimme ich zu.

Diese Petition thematisiert ein sehr wichtiges Zukunftsthema, denn der Verlust an biologischer Vielfalt, insbesondere bei den Insekten, ist besorgniserregend und zwingt auch den Gesetzgeber, endlich konsequent zu handeln. Die Komplexität der Ursachen darf keine Ausrede sein, weiter zu zögern.

Nicht zuletzt eine gerade veröffentlichte Studie der Technischen Universität München belegt die dramatische Situation. Zwischen 2008 und 2017 sind die Insekten um bis zu 60 Prozent zurückgegangen. Untersucht wurden Insektengruppen aus Thüringen, Baden-Württemberg und meinem Bundesland Brandenburg.

Gerade wegen der Dringlichkeit des Anliegens freut mich die einstimmige Unterstützung des Petitionsausschusses. Das ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung und dennoch ein sehr wichtigeres Signal, dass mit Druck aus der Gesellschaftlich und im Parlament erreicht wurde, dass fraktionsübergreifend Handlungsbedarf und mehr Unterstützung für das Anliegen anerkannt wird. Das muss zu einem Türöffner werden für konsequentes und sehr zügiges Handeln in vielen weiteren Schritten, damit nicht nur Symptome gelindert, sondern auch die Ursachen beseitigt werden.

Pflanzung von alten Obstbäumen, insbesondere an Straßenrändern und auf Brachen als erweitertes Futterangebot für Bienen ist eine der sinnvollen Maßnahmen und muss die Pflege dieser Obstbestände einschließen. Gerade Streuobst ist nicht nur ein wertvolles Strukturelement der Agrar- und Kulturlandschaft, sondern Nahrnungsgrundlage und Lebensraum für Insekten, die ihrerseits nicht nur für die Bestäubung, sondern auch für das gesamte Ökosystem bedeutsam sind, z. B. für insektenfressende Vögel und Säugetiere. So wird nicht nur die Insektenfauna unterstützt, sondern auch die biologische Vielfalt insgesamt.

Es bleibt wichtig, nicht nur die Honigbiene und nicht nur die bestäubenden Insekten im Blick zu behalten, sondern auch Wildbienen und andere Insekten oder Spinnen. Ihre Präsenz oder Abwesenheit steht für den Zustand des gesamten Ökosystems und damit unserer natürlichen Lebensgrundlage. Die biologische Vielfalt ist unser aller natürlicher Reichtum, den zu schützen in unser aller Interesse ist. Jede und jeder kann kann im eigenen Umfeld dazu beitragen.

Dr. Kirsten Tackmann