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„Das Deutsche Bienenmonitoring kann einen wichtigen Beitrag zur Überwachung der Bienengesundheit leisten. Es muss sich jedoch einerseits der Kritik am wissenschaftlichen Konzept stellen und andererseits seine Zielrichtung auf die Sommerverluste erweitern,“ kommentiert Dr. Kirsten Tackmann die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion zum Bienenmonitoring (Bundestagsdrucksache 17/4745 „Das Deutsche Bienenmonitoring“. Tackmann weiter:

©Maja Dumat flickr.com

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„In der Varroa-Milbe vermuten viele Imkerinnen und Imker den ärgsten Feind der Biene. Auch die Bieneninstitute und die Bundesregierung sehen das so, wie die Antwort auf meine Kleine Anfrage ergab. Andere Ursachen wie Pflanzenschutzmittel oder artenarme Agrarlandschaften sind aus Sicht der Bundesregierung weniger von Bedeutung.

Das 2004 bis 2009 von der chemischen Industrie mitfinanzierte Bienenmonitoring klammerte bisher die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln als Risikofaktor für die Bienengesundheit aus. Das sei kein Ziel der Untersuchung, sagt die Bundesregierung auch heute. Man könne solche „lokalen Vorkommnisse“ nicht erfassen. Das sehe ich anders! Man muss aus meiner Sicht das Monitoring so qualifizieren, dass die Wirkung solcher Ereignisse auch erfasst werden kann. Denn immer mehr Imkerinnen und Imker berichten von enormen Verlusten ihrer Völker infolge der Verwendung bienengefährlicher Pflanzenschutzmittel. Daher fordere ich die Bundesregierung auf, das Bienenmonitoring zu erweitern und verstärkt auch Sommerverluste in die Untersuchungsziele aufzunehmen. Für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln muss auch in Zukunft unbedingt das Umweltbundesamt beteiligt werden.

Die aktuelle Kleine Anfrage der Linksfraktion basiert auf der Kritik zweier Wissenschaftler, die Ende Januar die Wissenschaftlichkeit des Bienenmonitorings infrage gestellt hatten. Die Bundesregierung sieht jedoch die Ergebnisse des Bienenmonitorings auf 15 Seiten durchgängig positiv. Auf die teilweise sehr deutliche Kritik der beiden Wissenschaftler geht sie nicht ein.

Ich erwarte, dass im Sinne einer gesunden Umwelt, Landwirtschaft und Imkerei weiterhin intensiv an den aufgeworfenen Fragen zur ganzjährigen Sicherung der Bienengesundheit gearbeitet wird. DIE LINKE unterstützt daher die Finanzierung des Bienenmonitorings aus dem Bundeshaushalt, damit die chemische Industrie nicht wieder direkten Einfluss auf den Projektrat des Monitorings hat. Um der öffentlichen Kritik sachlich zu begegnen halte ich eine externe Qualitätskontrolle als vertrauensbildende Maßnahme gegenüber den aktiven Imkerinnen und Imkern für sehr sinnvoll. Doch das lehnt Ministerin Aigner leider bisher ab.“

Berlin, 22.03.2011

Die Antwort der Bundesregierung finden Sie hier: www.kirsten-tackmann.de/show/4141687.html