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„Die Bundesregierung nimmt den Amflora-Skandal auf die leichte Schulter. Auf unsere kritischen Fragen kann sie kaum antworten,“ kommentiert Dr. Kirsten Tackmann die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Erkenntnisse aus dem Anbau der gentechnisch veränderten Amflora-Kartoffel im Jahr 2010“ (Bundestagsdrucksache 17/2986)

©Marlies Woellner

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Tackmann weiter:

„Die Antwort der Bundesregierung entlarvt sie auch beim Thema Gentechnik als Konzern-Lobbyistin. Gleichzeitig täuscht sie die Öffentlichkeit. Auf EU-Ebene will sie gentechnikfreundlich die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen vereinfachen. Gleichzeitig will sie den Bundesländern unterschiedliche Abstandsregelungen zu Gentech-Äckern zugestehen. Was einerseits ihrem Parteifreund Söder erlaubt Genpflanzen von Bayrischen Äckern fern zu halten, öffnet zugleich gentech-freundlichen Ländern Tür und Tor, den Turbo für diese Risikotechnologie anzuschalten.

Den wirklichen Problemen der Agro-Gentechnik stellt sich die Bundesregierung nicht. Dabei sind beim Amflora-Anbau in Mecklenburg-Vorpommern Probleme aufgetreten: die Kartoffeln waren virenbefallen, weder über die Ernte noch deren Verbleib liegen der Bundesregierung Informationen vor. Sie hält sich für nicht zuständig und versteckt sich stattdessen hinter den Landesbehörden. Doch für die Agro-Gentechnik-Politik in Deutschland ist die Bundesregierung verantwortlich und muss dafür auch in Brüssel geradestehen.

Die zufällige Entdeckung, dass auf einem Amflora-Acker in Schweden die ebenfalls gentechnisch veränderte, aber in der EU nicht zugelassene Amadea-Kartoffel wächst, zeigt vor allem eines: Das Risiko einer unkontrollierten Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen ist nicht zu beherrschen. Die Koexistenz zwischen gentech- und gentechfreier Landwirtschaft bleibt ein Märchen. Denn wenn schon im Labor keine sichere Trennung der Pflanzen gewährleitet ist, wird das bei Ernte, Transport, Verarbeitung und Handel noch viel weniger sicher sein. Das zeigt das hohe Risiko, das in Kauf genommen wird und die mangelnde Zuverlässigkeit der BASF. Trotzdem sieht die Bundesregierung hier keinen politischen Handlungsbedarf. Stattdessen versucht sie die Öffentlichkeit mit sogenannten Abstandsregelungen zu beruhigen. Lediglich zehn Meter Abstand zwischen Gen-Knollen und normalen Kartoffeln hält die Bundesregierung für ausreichend und will dies noch in diesem Herbst festschreiben. Die wissenschaftliche Begründung für diesen Abstand bleibt sie schuldig. Der konkreten Nachfrage weicht die Parlamentarische Staatssekretärin Klöckner aus. Wie leichtsinnig ein so laxer Umgang mit der Agro-Gentechnik ist, zeigt der schwedische Amflora-Skandal. Es gibt nur einen Weg zur Sicherheit: Amflora verbieten!“

Anhang: 101005_aw_ka_amflora.pdf