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Traditionell zum Start des Wettbewerbs "Zivilcourage vereint 2012" übergab Kirsten Tackmann in der vorigen Woche den Gewinnern des Vorjahres ihren Preis.

©Tobias Bank

©Tobias Bank

Jessica Hanf vom Humanistischen Freidenkerbund Havelland und Anke Bienwald vom Verein Mikado aus Nauen entwickelten ein Konzept für eine Broschüre zum Thema Rechtsextremismus, welches dieses Jahr den ersten Preis abräumte.

Die Idee:

Aus Erfahrungsberichten von jugendlichen Aussteigern aus der rechten Szene soll gut verständlich und in kurzer knapper Form ihr Weg in die Szene beschrieben werden. Die Besonderheit hierbei ist, dass u.a. in Interviewform herausgearbeitet werden soll, bis wann Eltern und Lehrer die Kinder vor dem totalen Abrutschen in rechtsextreme Gefilde hätten bewahren können. Denn die Erfahrung zeigt, dass betroffene Jugendliche manchmal einfach nur Aufmerksamkeit wollten und ein Gespräch mit den Eltern die Gefahren des Rechtsextremismus aufgezeigt hätte.

"Oftmals interessierte die Eltern aber nur, das die Musik zu laut war, nicht was gesungen wurde." so Jessica Hanf. "Ausserdem wüssten viele immer noch nicht, woran man Nazikleidermarken erkennt. Das alles soll die Broschüre aufgreifen."

Ziel ist es, Handlungsempfehlungen zu geben, um die meist durch Zufall in die Szene gerutschten Jugendlichen davor zu bewahren. "Niemand wird als Nazi geboren. Oft sind der feste Freund oder die Kumpels einfach, weil niemand anderes da war, in rechte Zusammenhänge geraten. Irgendwann kommt dann ein Nazi-Kader, der die jungen Leute beeinflusst."

Genau davor muss angesetzt werden und genau das will die Broschüre, Betroffene am Scheideweg zwischen Demokratie und Rechtsextremismus abholen.

"Dieses Konzept fanden wir so toll, dass es uns den ersten Preis wert war. Und davon wollte ich mich heute persönlich überzeugen." so Kirsten Tackmann, als sie eine Digitalkamera als Gewinn zur Umsetzung des Projekts stiftete. "Mir gefiel ausserdem, dass die Idee aus der Arbeit mit den Jugendlichen entstanden ist, denn der praktische Kampf gegen Rechts bzw. die konkrete Auseinandersetzung mit diesem Thema macht deutlich, welche Hilfsmittel gebrauchtwerden."

Am 20. April 2012 findet in Nauen ein Familienfest gegen Neofaschismus statt. Auch hier werden der Humanistische Freidenkerbund, Mikado e.V. und Dr. Kirsten Tackmann gemeinsam gegen Rechts Flagge zeigen. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich willkommen das Familienfest zu besuchen und den Nazis zu zeigen, dass Nauen eine tolerante und bunte Stadt ist.