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Zwei Wochen lang hat Constanze Maaß Bundespolitik hautnah miterlebt von CHRISTIANE TAUER erschienen in Märkische Allgemeine vom 07.04.2007

FALKENSEE/BERLIN Das Telefon klingelt, Constanze Maaß greift zum Hörer. "Büro Dr. Tackmann, Schülerpraktikantin Maaß", meldet sich die 15-Jährige Falkenseerin. Flink macht sie sich Notizen, verspricht, die Nachricht weiterzuleiten und legt wieder auf. Mehrmals am Tag wiederholt sich diese Szene, dazwischen sortiert Constanze Maaß Briefe und aktualisiert die Adressen derer, die mit Presseinformationen beglückt werden sollen.

Bis zum vergangenen Dienstag hat die Schülerin der Gesamtschule "Immanuel Kant" ein Betriebspraktikum im Berliner Büro der Linkspartei-PDS-Bundestagsabgeordneten Kirsten Tackmann absolviert. Zwei Wochen lang hat sie jeden Morgen um 9 Uhr das Jakob-Kaiser-Haus an der Wilhelmstraße, direkt gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio betreten, hat ihren Praktikantenausweis an der Sicherheitskontrolle vorgezeigt und ist durch die weiten Gänge zu ihrem Arbeitsplatz gestapft.

"Am ersten Tag hatte ich richtig Angst", gesteht die Neuntklässlerin. Gott sei Dank hatte ihr Freund sie bis vor die Tür gebracht, das machte ihr Mut. Auch die Gewissheit, dass ihr ehemaliger Musiklehrer Harald Petzold jetzt Büroleiter von Kirsten Tackmann ist, beruhigte sie. "Ich hab mir gesagt, den Herrn Petzold kennst du ja, so schlimm kann’s also gar nicht werden."

Dabei hatte Constanze Maaß schon all ihren Mut zusammengenommen, als sie im vergangenen Jahr bei einem Bundestagsbesuch ihrer Klasse die Linkspartei-Abgeordnete ganz direkt fragte, ob sie auch Praktikumsplätze vergebe. Kirsten Tackmann bejahte dies und gab ihr ihre Visitenkarte. Kurze Zeit später schickte die Schülerin ihre Bewerbung nach Berlin, Harald Petzold rief zurück und sagte, sie könne am 19. März anfangen.

Richtig stolz sei sie auf die Zusage gewesen, sagt Constanze Maaß. Auch ihre Eltern hätten sich unheimlich gefreut und nannten sie zu Hause nur noch "unsere kleine Frau Abgeordnete". Selbst einige ihrer Klassenkameraden, die ihr Betriebspraktikum in Hotels, Architekturbüros, Klamottenläden oder Bäckereien absolvierten, beneideten sie um ihre Stelle – vor allem, wenn sie von ihr Geschichten hörten wie die, dass sie einmal den Pressesprecher von Oskar Lafontaine am Telefon hatte oder sie Gregor Gysi auf dem Flur traf.

Es sei ihr wichtig, sagt Constanze Maaß, für einen Politiker zu arbeiten, mit dessen Meinung sie auf einer Linie liege. Politik interessiere sie sehr, auch wenn sie nach dem Abi nicht unbedingt selbst Politikerin werden wolle. "Vielleicht studiere ich Architektur, aber da bin ich mir noch nicht sicher." Falls sie es sich doch anders überlegt: Einen guten Eindruck hat sie bei ihrer Chefin Kirsten Tackmann auf jeden Fall hinterlassen. "Sie ist sehr engagiert", sagt sie. Und außerdem finde sie es sehr schön, wenn so junge Menschen schon ein politisches Bewusstsein hätten.