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Die vierte Filmdiskussion in der politischen Filmreihe der Bundestagsfraktion DIE LINKE "Das grosse Fressen. Hungrig nach Alternativen" beschäftigte sich mit der blutigen Seite der Handy-Produktion. Wissen die Hersteller der Mobilfunkgeräte unter welchen Bedingungen und mit welchen Konsequenzen die zur Herstellung der Handys benötigten seltenen Minerale gewonnen werden? Das fragte der Regisseur Frank Poulsen sich und seinen Handyhersteller Nokia. Herausgekommen ist ein erschütternder Film, der die Frage nach unser Aller gesellschaftlichen Verantwortung stellt. Bei der Berlinale 2011 wurde „Blood in the mobile“ mit dem renommierten „CINEMA FOR PEACE Award for Justice“ ausgezeichnet, Auf Einladung von Dr. Kirsten Tackmann (als Schirmfrau der Filmreihe) und Thomas Nord (als direkt gewählter Abgeordneter im Wahlkreis) und der Bundestagsfraktion kam Frank Poulsen mit seinem Film zu Diskussion am 2. November in die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).

v.l.n.r. Thomas Nord, Dr. Kirsten Tackmann, Frank Piasecki Poulsen ©Bianca Bodau

v.l.n.r. Thomas Nord, Dr. Kirsten Tackmann, Frank Piasecki Poulsen ©Bianca Bodau

Die rund 30 Leute, die den Weg am Freitagabend in den Hörsaal 8 des Gräfin Dönhoff Gebäudes fanden, waren sehr berührt von dieser teilweise sehr gefährlichen Reise des Regisseurs in den Osten der Republik Kongo. Denn dort befinden sich die illegalen Minen, in denen Kinder mit bloßen Händen und bis zu 72 Stunden unter Tage Mineralien zutage fördern. Mineralien, die für die Handyproduktion unerlässlich sind. Mineralien, die illegal abgebaut werden. Die erpressten Gewinne finanzieren den Krieg im Kongo. Ein Bürgerkrieg, der bereits 15 Jahre andauert, in dem Millionen Menschen getötet wurden. Zurück in Europa fragt Poulsen seinen Handyhersteller Nokia, ob er garantieren kann, dass er keine Konfliktmineralien verwendet. Nokia redete sich heraus.

In der Film-Diskussion ging es sofort zur Kernfrage – wie kann man sicherstellen, dass Konflikt- Mineralien nicht verwendet werden? Man war sich im Saal sehr schnell einig, dass dies nur mit konsequenten rechtlichen Regeln erreichbar ist. “Der Supermarkt ist der denkbar schlechteste Ort, die Welt zu verändern“, so Frank Poulsen im Gespräch, weil viele weder das Wissen noch die finanziellen Spielräume haben, die gebraucht würden. Die Politik und der Gesetzgeber darf sich nicht mit Verweis auf eine anonyme persönliche Verantwortlichkeit aus seiner eigenen Verantwortung stehlen.

In den Vereinigten Staaten gibt es auf Initiative eines Kongressabgeordneten bereits 2010 ein Maßnahmenpaket, das von US-Unternehmen lückenlose Transparenz im Umgang mit Rohstoffen aus Konfliktregionen und ethische Standards im Zusammenhang mit Abbau, Handel und Weiterverarbeitung einfordert.

Das EU Parlament ist jetzt gefragt, den Rohstoffhandel der europäischen Hersteller ebenso an ethische und ökologische Standards