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„Das Schmallenberg-Virus bereit sich rasant aus. Zunehmend bedrohen neue Tiererkrankungen die Existenz der tierhaltenden Agrarbetriebe. Durch Globalisierung und Klimawandel wird dieser Prozess beschleunigt. Deshalb bekräftige ich meine Forderung nach einem interdisziplinären Zentrum für Tierseuchenbekämpfung,“ erklärt Dr. Kirsten Tackmann anlässlich der Ausbreitung des Schmallenberg-Virus. Über 180 Betriebe in acht Bundesländern sind bereits betroffen. Mit hoher Dunkelziffer, denn die Erkrankung kann zurzeit nur in Betrieben erkannt werden, bei denen die Ablamm- und Abkalbesaison bereits begonnen hat. Das Virus bewirkt vor allem tote oder missgebildete Nachkommen.

Tackmann weiter:

„Das Tierseuchenbekämpfungszentrum muss die Grundlagenforschung zu Infektionserregern und ihre Interaktionen mit dem infizierten Tier dringend ergänzen. Der Grundstein für eine solche Einrichtung ist im Institut für Epidemiologie des FLI im Brandenburger Wusterhausen/Dosse gelegt, muss aber ausgebaut und gestärkt werden. Stattdessen soll es Ende 2013 auf die Insel Riems verlagert werden. Dieser Umzug birgt das hohe Risiko von Kompetenzverlust in der wissenschaftlichen Stammbelegschaft, zumal dieser abgelegene Standort ungeeignet ist für diese angewandte Forschungsdisziplin. Angesichts des zunehmenden wirtschaftlichen Risikos durch Tiererkrankungen ist das Festhalten an diesen Plänen kontraproduktiv.

Im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems wird international hoch anerkannte Grundlagenforschung zur Tiergesundheit betrieben. Aber angesichts neuer Erkrankungsgeschehen und bislang unbekannten Ursachen und Risiken ist eine ergänzende strategische Einrichtung zur Stärkung der angewandten Tierseuchenforschung dringend notwendig. Erinnert sei an das Blutschwitzen der Kälber, die Blauzungenkrankheit, den sogenannter chronischen Botulismus oder ganz aktuell das Schmallenberg-Virus. Ein strategischeres Krisenmanagement im Bund hatte auch der Bundesrechnungshof in seinem Gutachten zur Dioxinkrise gefordert. Die Forschung muss in Antworten auf neue Risiken wissenschaftliche Konzepte zur Verhütung und Bekämpfung bedrohlicher Situationen in Nutztierbeständen erarbeiten und damit der Politik eine Entscheidungsgrundlage in die Hand geben.“