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Die Gelegenheit wollten sich die Studenten der Regionalentwicklung und Naturschutz der Fachhochschule Eberswalde nicht entgehen lassen – ein Gespräch mit der agrarpolitischen Sprecherin der Linksfraktion und Obfrau im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft.

Und so ging es auch gleich zur Sache. Kirsten Tackmann erzählte wie sie als Tierärztin im ehemaligen Staatlichen Institut für Epizootiologie und Tierseuchenbekämpfung in Wusterhausen (SIFET), jetzt Friedrich Loeffler Institut auf der Insel Riems (FLI) arbeitend zur Arbeit als Bundestagsabgeordnete kam. Sie sprach darüber wie sie sich einfuchste in die vielgestaltige Arbeit und wie sie anfangs als Agrarpolitikerin sehr schnell  unterscheiden lernte  zwischen Lobbyismus und Interessenvertretungen.

Die Studenten stellten sehr schnell Fragen zur Vogelgrippe, die der Politikerin Sorgen macht, da sie an drei verschieden Standorten und  in 3 verschiedenen Tierbeständen ausgebrochen sei. Hier würde sich zeigen, welche Gefahren eine Intensivtierhaltung mit Bestandsgrößen von beispielsweise  100.00 Geflügeltieren in sich bergen und verwies auf den Antrag der Linksfraktion, die Bestandsgrößen zu deckeln, in den Regionen wie auch in den Ställen. Als DIE LINKE damals die Diskussion aufmachte gab es außer von den Grünen schon heftige Widerstände seitens der anderen Fraktionen. Mittlerweile hat sich die Dikussion da komplett gedreht und auch die SPD und Teile der CDU sehen den Handlungsbedarf.

Andere Fragen zielten auf im Detail schon kontrovers diskutierte Themen wie die Verwendung von bleihaltiger Munition bei der Jagd, die gemeinsame europäische Agrarpolitik, der Ökolandbau. Auch in der Frage der Welternährung prallen Menschenbilder und Sichtweisen – DIE LINKE ist eben nicht der Meinung, dass Europa und Deutschland die Welt ernähren, sondern, dass Bedingungen geschaffen werden müssen, dass die Menschen sich vor Ort selbst versorgen können.

Eine andere Frage zielte auf die Ländlichen Räume. Da wünschte sich die Agrarpolitikerin einen Agrarminister, der mal auf den Tisch haut. Im Ländlichen Raum wohnten mitnichten Leute, die nicht schnell genug wegkommen seien, sondern Ländliche Räume bieten neben der Landwirtschaft auch Räume für andere Lebensweisen – und da meine sie nicht nur die klassischen Aussteiger, sondern auch andere  Optionen wie zum Beispiel Wohnmöglichkeiten für an Alzheimer- oder  Demenz Erkrankte. Und im Übrigen werden im ländlichen Raum auch alternative Energien produziert. Ländliche Räume dürfen nicht abgehängt werden. Es ist schon sehr bedenklich, dass Deutschland, das auch in seinen dünnsten Besiedlungen nicht wirklich dünn besiedelt ist, es nicht hinkriegt, eine vernünftige Daseinsvorsorge zu schaffen. Da seien die skandinavischen Länder oder auch die baltischen Staaten weit vorn – weil sie die Daseinsvorsorge tatsächlich als staatliche Aufgabe betrachten.

Nach der Diskussion zum TITIP ging es in den Agrar-Ausschusssaal, wo unter der Erntekrone der Landjugend noch ein Erinnerungsfoto aufgenommen wurde. Ein toller Besuch und ein intensives Gespräch!

Bianca Bodau