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Die Bundestagfraktion DIE LINKE fordert in dem Antrag DS 17/8795 die Bundesregierung u.a. auf, dafür zu sorgen, dass Bundeswehrsoldaten im Kriegseinsatz „kostenfrei nach Deutschland telefonieren“ und „kostenfrei das Internet nutzen“ können. Dr. Kirsten Tackmann begründet, warum sie dem Antrag zustimmte.

Liebe Leserinnen und Leser,

in Reaktion auf unseren Antrag der Bundestagfraktion DIE LINKE „Für eine kostenfreie und umfassende Betreuungskommunikation im Einsatz“ (DS 17/8795) erreichten mich viele Briefe. Es ist mir wichtig, Ihnen an dieser Stelle meine Antwort zur Kenntnis zu geben:

„Lieber/ Liebe…

Du schreibst, unser Antrag trage dazu bei, „dass der Kriegseinsatz weiter verlängert wird“. Ich war selbst viele Jahre im Widerstand gegen das Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide aktiv, habe im Bundestag in Namentlicher Abstimmung gegen jeden Auslandseinsatz der Bundeswehr gestimmt und habe vielfach gezeigt, dass ich konkret aktiv und konsequent in der Friedensfrage agiere. Ich respektiere Deine Befürchtungen bezüglich unseres Antrags, teile sie aber auch nach offener und ausführlicher Diskussion in der Fraktionssitzung nicht. Das möchte ich auch gern begründen.

Es geht uns mit diesem Antrag nicht, wie unterstellt, um ein Wohlfühlprogramm für Soldatinnen und Soldaten im Einsatz oder um Stärkung der Einsatzbereitschaft. Ganz im Gegenteil. Während Kasernierung und Isolation von Soldatinnen und Soldaten nachweislich zu schwerwiegenden psychotraumatischen Wirkungen beitragen und das Risiko von emotionaler Verrohung und Abstumpfung sowie posttraumatischen Belastungsstörungen erhöhen, kann der Kontakt zum zivilen Leben und zur Familie zu einer kritischen Haltung zum Einsatz beitragen. Kontakt zur Außenwelt hat schon immer eher zur Wehrkraftzersetzung beigetragen als zu ihrer Stärkung. Es gibt dafür natürlich keine Garantie, aber die unterstellte Wirkung halte ich für deutlich weniger wahrscheinlich.

Ich werde mich auch weiter konsequent friedenpolitisch engagieren, gemeinsam mit den vielen Engagierten in der Friedensbewegung!

Mit solidarischen Grüßen,

Kirsten Tackmann“

Die Erklärung von Christine Buchholz, Friedenspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE und Inge Höger, Sprecherin für Abrüstungspolitik der Fraktion DIE LINKE zum Antrag finden Sie hier.

Die Erklärung von Paul Schäfer, Verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE zum Antrag finden Sie hier.