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Wahlprüfstein der Zeitschrift "energiezukunft" (Ausgabe 6/2009)

energiezukunft: Wie ist die Position der Linken zur Förderung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Deutschland? Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Anteil der Erneuerbaren Energien in Deutschland entwickeln?

Tackmann: DIE LINKE setzt sich für eine regenerative Vollversorgung ein. Bis 2020 kann der Anteil erneuerbarer Energien im Stromsektor 50 Prozent und im Wärmebereich 25 Prozent erreichen. So schaffen wir die erforderlichen Klimaschutzziele und in den nächsten zehn Jahren 300.000 neue Arbeitsplätze. Für diesen Weg wollen wir die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen.


energiezukunft: Wie steht die Linke zu dem von der Vorgängerregierung beschlossenen Atomausstieg?

Tackmann: Die jetzige Regelung ist unzureichend. Wir sprechen uns für einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der gefährlichen und unbeherrschbaren Atomenergienutzung aus. Das bedeutet, dass die ältesten Atomanlagen sofort vom Netz müssen. Beim raschen Zubau erneuerbarer Energien ist dabei eine Stromlücke ausgeschlossen.

energiezukunft: Die Endlagerung radioaktiven Mülls aus Atomkraftwerken ist nach wie vor ungesichert (siehe ‚Asse’). Die Bevölkerung ist besorgt. Wie lässt sich das Problem nach Meinung der Linken lösen?

Tackmann: Zunächst darf nicht noch mehr Strahlenmüll hinzu kommen. Schnellstmöglich muss ein ergebnisoffenes Suchverfahren unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit eingeleitet werden. Der dann am besten geeignete Endlagerstandort muss die technische Möglichkeit zur Rückholung beinhalten, da ein Langzeitsicherheitsnachweis nicht möglich ist. Alle Kosten müssen von der Energiewirtschaft getragen werden. Die Gelder sind in einen öffentlichen Fonds einzuzahlen.


energiezukunft: Welche Position nimmt die Linke zu dem Bau weiterer Kohlekraftwerke in Deutschland ein?

Tackmann: DIE LINKE lehnt den Bau weiterer Kohlekraftwerke ab. Ein Zubau fossiler Großkraftwerke behindert den Ausbau erneuerbarer Energien und führt zu einem Verfehlen der Klimaschutzziele. Dabei ist auch anzumerken, dass die Abscheidung und unterirdische Verklappung von CO2 keine Lösung darstellt. Dabei handelt es sich um ein teures, auf Kosten des Wirkungsgrades gehendes und nicht erfüllbares Alibi-Technologieversprechen, das nur den jetzigen Zubau weiterer Kohlekraftwerke legitimieren soll. Mittel- und langfristige Lagerungsrisiken sind zudem wahrscheinlich.

Anhang: 090429_wps_energiezukunft_gesamt.pdf