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Aufruf zum Frauenplenum am 20. Juni 2009

Wir Frauen sind mehr als die Hälfte. Wir wollen eine grundlegende Veränderung der Verhältnisse – mit Weniger geben wir uns nicht zufrieden.

Deshalb rufen wir alle Frauen auf, DIE LINKE zu stärken und mitzumachen.

Während riesige Vermögen gesammelt wurden, fehlt immer mehr Menschen das Allernötigste. Es gibt eine Überproduktion von Waren, auch von Lebensmitteln, aber trotzdem hungern Menschen. Die Entwicklung der Produktivkräfte ist rasant steigen lassen, verkürzt aber nicht den Arbeitstag, verlängert ihn sogar und schickt immer mehr in Erwerbslosigkeit. Die gegenwärtige Krise zeigt diese Ungeheuerlichkeiten noch deutlicher. Der Anteil der geringfügig, befristet, selbstständig und in Leiharbeit Beschäftigten ist stark gestiegen. Das sind überwiegend Frauen; von solcher Arbeit kann niemand leben. Notwendige Arbeiten am und mit Menschen, werden zunehmend in die Familien verlagert. Hier wird die meiste Arbeit von Frauen erledigt: – für die eigene wirtschaftliche Absicherung, heute und im Alter -, umsonst.

Die von anderen Parteien propagierten Modelle zur Krisenbewältigung bieten keine Lösungen. Als Bewahrer des Systems stützen sie die Verursacher der Krise zu Lasten der Mehrheit der Menschen. Wir aber wollen nicht weiter auf Kosten der Umwelt und anderer Menschen leben und produzieren. Deswegen streiten wir für einen demokratischen und gerechten Gesellschafts- und Geschlechtervertrag. Dieser muss garantieren, dass alle gleichermaßen an allen vier Bereichen des Lebens teilnehmen können: an der Erwerbsarbeit, der Betreuungs- und Pflegearbeit, der kulturellen Entwicklung und Selbstentfaltung und am politischen Engagement. Deshalb richten wir die Politik an folgenden Perspektiven aus:

1. Radikale Arbeitzeitverkürzung

Beim gegenwärtigen Stand der Produktivkraftentwicklung und angesichts der Krise sind 20 Stunden Erwerbsarbeit pro Woche möglich. Auf dieser Grundlage sollen alle, die Erwerbsarbeit leisten wollen, eine Tätigkeit erhalten, die ihren Interessen entspricht und gut entlohnt wird. Die Existenzsicherung derjenigen, die nicht erwerbstätig sind, muss sanktionsfrei und individuell gewährleistet werden. Linke Politik ist daher auch wesentlich Arbeitszeitpolitik.

2. Konsequente Umverteilung von Arbeit und Sorge für Mensch und Natur

Wir wollen eine gleiche Verteilung der Aufgaben auf beide Geschlechter: Bei der Sorgearbeit für Mensch und Natur kann niemand ausgeschlossen sein. Männer entfalten hier ihre sozialen Fähigkeiten ebenso wie Frauen. Linke Politik ist also auch eine Politik kultureller Veränderung.

3. Zeit und Möglichkeiten für Arbeit an sich selbst.

Wir wollen, dass allen Menschen sowohl die Zeit als auch die materielle Voraussetzung für ihre kulturelle Entwicklung, Bildung und Muße zur Verfügung stehen. Dazu gehört der lebenslange Zugang zur Bildung und kulturellen Einrichtungen. Linke Politik zielt also auch darauf ab, Zeit und Raum für die Entwicklung aller zu schaffen.

4. Ein gesellschaftlicher Aufbruch zu einer Politik der Mitgestaltung

Eine lebendige Demokratie braucht die Beteiligung Vieler. Entscheidungen über den Lebensalltag kommen zuerst in den Kommunen zum Tragen. Linke Politik muss hier ansetzen, mit Initiativen und Organisationen zusammenarbeiten und neue Beteiligungsformen praktizieren. Nur wenn sich Viele einbringen wird eine andere Gesellschaft möglich.

Linke Politik arbeitet daraufhin, dass Politik eine Sache von allen wird.

Die Voraussetzungen für eine solche Umgestaltung der Gesellschaft sind vorhanden. Es kommt jetzt darauf an, auch politische Mehrheiten dafür zu erreichen. Deshalb rufen wir dazu auf, DIE LINKE. zu stärken und am 27. September dafür zu sorgen, dass sie mit einer starken Fraktion in den Deutschen Bundestag einzieht.

Druck von Links für eine neue Zeit und eine neue Zeitpolitik!