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Zur Ankündigung einer härteren Gangart der Bundesagentur für Arbeit gegenüber Arbeitslosen, die nicht aufs Feld wollen, erklärt Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.:

Der Plan der Bundesagentur, deutsche Erntehelfer zwangszuverpflichten, bedient ein weiteres Mal das Klischee der arbeitsunwilligen Arbeitslosen. Ein Blick auf das Beschäftigungsverhältnis zeigt, dass es sich um körperlich harte Arbeit unter schwierigsten Arbeitsbedingungen bei minimaler Entlohnung handelt. Gesundheitliche Beschwerden und die extreme Witterung haben dazu geführt, dass ein Teil der Beschäftigten die Arbeit niederlegen musste. Für die anderen ist nach sechs bis acht Wochen die Plackerei vorbei, dann sitzen sie wieder mit Hartz IV zu Hause. Das können sich die Nürnberger Beamten schwerlich vorstellen. Selbst osteuropäische Erntehelfer weichen in benachbarte Länder aus, da sie sich diese Arbeitsbedingungen, sprich Entlohnung, nicht leisten können.

Auch die Zwangsquotierung, mindestens 20 Prozent der Arbeitsplätze mit deutschen Erntehelfern zu besetzen ist nicht praktikabel. So hat man z.B. in Ostdeutschland gute Erfahrungen mit der Vermittlung von Saisonarbeitskräften aus der Region gemacht. Mancher Betrieb beschäftigt auch in der Ernte nur Einheimische. Das wurde ohne Zwang zur Arbeit erreicht. Auch hier liegt Nürnberg zu weit entfernt, um dieses mitzubekommen. Im Erntebereich werden wir auch weiterhin auf Saisonarbeiter aus unseren EU-Nachbar-Ländern angewiesen sein.

DIE LINKE. fordert die umgehende Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns – für alle Berufsgruppen. Speziell für Saisonarbeiter fordert DIE LINKE. eine existenzsichernde Entlohnung mit Konzepten einer sozialen Perspektive. Dass selbst nur saisonal verfügbare Arbeit auch so organisiert werden kann, dass sie zu ganzjähriger, existenzsichernder Beschäftigung führt, zeigen die über 4.000 französischen Arbeitgeberzusammenschlüsse. Einen entsprechenden Antrag hat DIE LINKE. im März in den Bundestag eingebracht.