alt= alt= alt=

START  |  AKTUELLES  |  PRESSE   |  ZUR PERSON   |  FOTOSTRECKE  |  KONTAKT

Wo bleiben die übrig gebliebenen Weihnachtsmänner, wenn die Märkte ihre Regale umdekorieren? Die Kampagne für einen Wegwerfstopp für Supermärkte übergab am Donnerstag über 2.000 Papp-Weihnachtsmänner an Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen und Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern. Dabei waren sie auch bei der Obfrau im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft zu Besuch und stellten ihre Aktion gegen Lebensmittelverschwendung vor.

In der Aktion“Mach‘ die Tonne leer — Wegwerfstopp für Supermärkte“ geht es um die strukturell bedingte Lebensmittel-Verschwendung. Das heißt, welche Rolle spielen die Supermärkte mit ihren Preis- und Marketingstrategien bei der systematischen Verschwendung von Lebensmittel. Die großen Ketten werfen beispielsweise Saisonwaren wie Weihnachtsmänner und -süßigkeiten, die nicht verkauft werden, in großen Stückzahlen weg, animieren Käufer zu Verschwendungskäufen, bieten trotz veränderter Demografie – Entwicklung hin zu Single- und Kleinhaushalten – Großpackungen an etc.

Das Bündnis aus foodsharing, slow food, Bundjugend und aktion agrar nimmt die großen Lebensmittelketten ins Visier ihrer Kampagne, die entweder selbst Lebensmittel im großen STil wegschmeißen bzw. zuviel Geld für Marketingstrategien ausgeben, die nur zum Ziel haben, dass der Kunde mehr kauft als er konsumieren kann.

„Leere Tonne“ wollte wissen, wie die Politik dazu steht und stellte mit Entsetzen fest, dass der Agrarminister die strukturell bedingte Lebensmittel-Verschwendung anscheinend nicht auf seiner Agenda hat – statt über politische Stellschrauben allenfalls auf Freiwilligkeit der Supermärkte setzt.

Gemeinsam mit Kirsten Tackmann überlegten die Aktivist_innen  wie die Politik zum Handeln bewegt werden kann, indem sie die Stellschrauben verändert – denn auch wenn die Verbraucher_innen ihre Verantwortung in punkto Lebensmittelverbrauch wahrnehmen, sind da noch immer die Supermärkte und Handelsketten mit ihren Preisstrategien, die erheblich mehr „Lebensmittel-Abfall“ produzieren. Nachhaltigkeit sieht anders aus.

v.l.n.r. Jutta Sundermann, aktion agrar; Manuel Wiemann, foodsharing; Kirsten Tackmann; Louise Duhan, slow food und Leonie Dorn, aktion agrar

Sie sprachen über parlamentarische Werkzeuge wie Kleine Anfragen, mit denen man die die Bundesregierung zum Handeln bewegt wie auch über Petitionen, die das Thema in die Öffentlichkeit bringt. Die Krise der Agrarwirtschaft und ihre fatale Fokussierung auf den Weltmarkt, die die regionalen Kreisläufe außer Acht lässt war Thema. Die intransparente Datenlage, die es unmöglich macht, verlässliche Daten, was denn tatsächlich von den Ketten an Lebensmitteln entsorgt wird war Thema sowie die Handelklassenpolitik, die es unmöglich macht nicht genormte Lebensmittel in den Handel zu übernehmen.

Eine wichtige Aktion, die der Politik auf die Finger klopft…