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Fünf Nationalitäten seien sie, erzählen die etwa 30 Geflüchteten – aus Afghanistan, Syrien, Eritrea, Tschetschenien, Pakistan und dem Iran. Bevor sie der Haushaltsdebatte im Plenum folgen und später auf der Kuppel einen Blick über Berlin nehmen werden, befragen sie ihre Abgeordnete – auf Deutsch, seltener auf Persisch oder Arabisch. Die zwei „Dolmetscher“ – selbst Geflüchtete, die sich Deutsch zum Teil selbst beibrachten, noch bevor sie an einem Kurs teilnehmen konnten übersetzten, wenn es gar zu komplex wurde.

Kirsten Tackmann mit der Besuchergruppe im Paul-Löbe-Haus

Gleich zu Beginn zeigte sich Kirsten Tackmann fasziniert von der Sprachenvielfalt – und auch davon wie rasch viele der Teilnehmerinnen Deutsch erlernt hatten und   sich in dieser doch nicht gerade einfachen Sprache bewegten.

Sie selbst begann damit, den Bundestag und die Parlamentarische Demokratie vorzustellen und in den Grundzügen zu erläutern. Am Nicken einiger Teilnehmerinnen war allerdings zu merken, dass diese sich bereits damit beschäftigt hatten. Nichtsdestotrotz folgten sie interessiert den Ausführungen der Abgeordneten, vor allem wenn es um die konkrete Arbeitsweise des Parlaments ging. Wie der Weg der Parlamentarischen Initiativen verläuft, was die Opposition für Möglichkeiten hat – all das war von Interesse.

Und dann stand die Abgeordnete Rede und Antwort. Warum die Deutschen vor ihnen Angst hätten, fragten die Geflüchteten, die durchblicken ließen, dass auf ihrer Seite ebenso Angst vorhanden ist. Warum einige von ihnen Deutschkurse besuchen können und andere nicht. Warum die Anträge bei der einen Gruppe schnell bearbeitet würden und sich bei der anderen hinziehen. Aber auch um die deutschen Nachbarn ging es, die sie verstehen wollten, um deren Angst, die sich oft auch auflöste, wenn man richtig miteinander ins Gespräch kommt. Die jüngsten Wahlerfolge der AFD wurden besprochen und auch über sich erzählten die Geflüchteten – wie der junge Afghane, der im Iran aufwuchs und dessen Vater immer von seiner Heimat Afghanistan erzählte, das Land, das seit 40 Jahren von Kriegen gebeutelt wird und das der Junge noch nie in seinem Leben sehen konnte.

Und es ging um praktische Sachen, die entscheidend für die Zukunft der Geflüchteten sind wie die Weiterführung eines Studiums in Deutschland oder die Unterstützung beim Sprachen erlernen.

Kirsten Tackmann betonte, dass Deutschland und die Europäische Union sehr wohl eine Verantwortung für die Geflüchteten habe, denn sie haben mit den Fluchtursachen zu tun, die zu beseitigen die Internationale Gemeinschaft sich zu bemühen habe. Die deutsche Wirtschaft profitiere vom Krieg – man führe sich nur die Rüstungsindustrie vor Augen.

Die LINKE. steht auf dem Standpunkt es gibt für Menschlichkeit keine Obergrenzen, so Tackmann und jeder Geflüchtete muss die Chancen auf Spracherwerb, Ausbildung und Arbeitsaufnahme haben – je früher, desto besser – und mit einer gerechteren Steuerpolitik, die an die wirklich Vermögenden des Landes ran geht und einer Sozialpolitik, die eben nicht die Armen gegen die noch Ärmeren ausspielt und angebliche Verteilungskämpfe initiiert, ist auch eine gute Integrationspolitik möglich.

Die Geflüchteten seien nun wahrlich nicht die Ursache der Probleme, die das reiche Land Deutschland, in der die Schere zwischen arm und reich immer größer wird, hat – nein, die Geflüchteten würden nur zeigen, was für Probleme und soziale Ungerechtigkeiten bereits existierten, so die Abgeordnete.

Schnell verging die Stunde und Kirsten Tackmann bedankte sich bei ihren Besuchern herzlich – ebenso herzlich fiel der Applaus auf Seiten der Besucher aus.