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„Die Bundesregierung muss Bodenpolitik der BVVG korrigieren,“ fordert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE anlässlich des 65. Jahrestags der Bodenreform am 2. September.

Tackmann weiter:

„Grundeigentum und dessen Verteilung bleibt ein gesellschaftlich relevantes, ökonomisch und sozial bedeutsames Thema. Veränderungen in der Eigentumsstruktur von Grund und Boden finden heute weitgehend unter den Bedingungen der neoliberalen Globalisierung und eines entfesselten Finanzkapitalismus statt. Weltweit steigen die Preise für landwirtschaftliche Flächen, Spekulationen um Nahrungsmittel und Bodeneigentum nehmen zu.

Auch auf dem ostdeutschen Bodenmarkt, -der Kernregion der Nachkriegs–Bodenreform in Deutschland, versuchen börsenorientierte Unternehmen weiter Agrarland aufzukaufen. Sie profitieren dabei von der steigenden Nachfrage nach Boden und den damit verbundenen Wertsteigerungen. Dabei werden sie unterstützt von der politisch vorgegebenen Verkaufspolitik der bundeseigenen Boden- Verwertungs- und –verwaltungs-Gesellschaft (BVVG). Über 400.000 Hektar befinden sich noch in ihrer Hand. Ihr Auftrag ist, auch diese Flächen in den nächsten 15 Jahren an den Mann zu bringen. Diese Umverteilung ostdeutscher Äcker und Wälder in finanzkräftige, oft nicht-landwirtschaftliche Hände bedroht ortsansässige Landwirtschaftsbetriebe. Sie können im Wettbewerb um die Flächen nicht mithalten. Das in den Betrieben dringend benötigte Geld wird stattdessen in den klammen Bundeshaushalt umgeschichtet. Die regionale Verankerung der landwirtschaftlichen Erzeugung droht damit weiter verloren zu gehen. Ich fordere daher eine Korrektur der Bodenpolitik der von der Bundesregierung gesteuerten BVVG: der Verkauf der Flächen muss gestoppt werden, sie sollten in öffentlichen Besitz bleiben und langfristig an ortsansässige Betriebe verpachtet werden. „