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„Das Ziel, aus der bleihaltigen Jagdmunition auszusteigen, ist unterdessen kaum noch strittig. Es muss nun konsequent verfolgt werden. Das Bundesagrarministerium sollte ein Ausstiegsszenario entwickeln, mit dem innerhalb der nächsten drei Jahre bleihaltige Munition vom Markt genommen werden kann. Das gebietet die Vorsorge für die Verbraucherinnen und Verbraucher und für die Umwelt,“ kommentiert Dr. Kirsten Tackmann die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion. Unter dem Titel „Bleifreie oder bleihaltige Jagdmunition“ (Bundestagsdrucksache 17/13049) wurde der Änderungs- und Forschungsbedarf im Bereich bleihaltiger und bleifreier Jagdmunition hinterfragt.

Dr. Kirsten Tackmann weiter:

„Leider ist die Antwort auf die Kleine Anfrage unbefriedigend. Sie zeigt, dass die Bundesregierung zu wenig dafür tut, die noch offenen Fragen zügig zu beantworten. Gut ist, die Studie zur Gefährdung von Vielverzehrern von Wildbret jetzt auszufinanzieren und zügig zu Ende zu bringen. Das gleiche gilt für die Untersuchung der Tötungswirkung bleifreier Munition, wobei vor allem gesichert werden muss, dass diese Prüfung bei realistischen Schusssituationen erfolgt. Beim notwendigen Umbau der Schießstände bleibt die Bundesregierung sehr vage. Dabei ist es besonders wichtig, dass Jägerinnen und Jäger dort gefahrlos mit bleifreier Munition üben können. Deshalb sollte die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern diskutieren, ob im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) Geld für den Umbau der Schießstände zur Verfügung gestellt werden kann.

Mit ihrer Lustlosigkeit wird die Bundesregierung zur Bremse bei diesem Thema. Dabei wäre es auch ihre Aufgabe, mit fundierten Studien schnell die Fakten zu liefern, um die Skepsis in Teilen der Jägerschaft gegenüber bleifreier Munition zu überwinden. Denn der Wechsel wird nur gelingen, wenn die Jägerschaft überzeugt und dafür gewonnen werden kann.

Bei einem Fachsymposium des Bundesinstituts für Risikobewertung Mitte März zur Jagdmunition wurden Forschungsergebnisse zur Tötungswirkung, zur Wildbretbelastung und zur Ballistik vorgestellt. Weitere offene Forschungsfragen standen nicht im Raum. Die Gefahr auf den Schießständen durch ein verändertes Abprallverhalten nach einem Munitionswechsel wurde als Problem benannt. Nach Einschätzung der Bundesregierung trifft das auf jeden zweiten Schießstand zu.“

Berlin, 26.04.2013

 

Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage finden Sie hier.