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„Alte Sorten müssen als genetisches Gedächtnis unbedingt erhalten bleiben. Das heißt aber auch, dass sie vermehrt werden müssen. Die Fokussierung des Regelwerks auf Hochleistungssorten hat zu einem dramatischen Verlust der genetischen Vielfalt der Nutzpflanzen geführt. Dieser negative Trend muss dringend gestoppt werden. Dabei spielt die Saatgut-Gewinnung durch Klein- und Hobbygärtner eine wichtige Rolle. Dass die Bundesregierung das bisher nicht anerkennt, ist ein fatales Zeichen“, kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Linksfraktion „Saatgutvielfalt in Klein- und Hobbygärten“ (Drs. 19/21313).

 Dr. Kirsten Tackmann weiter:

„Die Verfügbarkeit von vielfältigen Saatgut ist im Gemeinwohlinteresse, denn das genetische Gedächtnis ist Grundlage der Ernährungssouveränität. Damit ist zumindest der Erhalt oder die Verbesserung der Saatgutvielfalt Teil der Daseinsvorsorge. DIE LINKE steht daher seit vielen Jahren für den freien Nachbau von Saatgut ohne Nachbaugebühren oder ihre Finanzierung durch die Solidargemeinschaft. Für die Sicherung von mehr Saatgutvielfalt auf den Äckern und in den Gärten müssen neue Formen zum Schutz und zur Vermehrung von Saatgut unterstützt werden. Zum Beispiel gemeingutbasierte Saatgutsysteme. Gleichzeitig muss die Finanzierung der Zucht gewerblich genutzter Pflanzensorten endlich auf solide, aus Sicht der LINKEN solidarische Füße gestellt und auf Gemeinwohlinteressen ausgerichtet werden. Anders werden die Herausforderungen an einen nachhaltigen und klimaangepassten Pflanzenbau nicht gelöst.

Berlin, 10.08.2020

Hier die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Linksfraktion „Saatgutvielfalt in Klein- und Hobbygärten“ (Drs. 19/21313).