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Die Bundestagswahl wird nicht allein in den Städten entschieden. Erst Recht nicht im ländlichen Nordwesten Brandenburgs. Für mich als agrarpolitische Sprecherin ist es eine Ehrensache, gerade auf dem Land für LINKE Politik zu werben. Die Menschen dort zu erreichen, ist nicht so einfach. Da reichen herkömmliche Mittel wie Plakate oder Folder im Briefkasten kaum aus. Frau kommt auch nicht so einfach ins Gespräch

Obwohl ich während der Legislaturperiode sehr viel „an der Basis“ unterwegs war, werden die meisten noch nie direkten Kontakt mit mir oder einer anderen Abgeordneten gehabt haben. Und viele Medien haben in der Vergangenheit einiges dafür getan, Politik weit weg zu halten. Viel zu oft findet Politik nur noch als Showveranstaltung im Fernsehen statt.

Darum suche ich den direkten Weg und gehe auf „Tackmanns Dörfertour“. Das heißt: Bus ausstaffieren mit Infotheke, Materialien, Sonnenschirm und Kaffeekanne, Abgeordnete und Helferinnen und Helfer rein und los geht’s! Vorher wurden natürlich regionale Medien informiert und per Plakat angekündigt, wann wir da sein werden.

Die Erfahrungen sind unterschiedlich. In Wildberg hat ein Genosse gleich noch ein paar Leute mitgebracht und die dreißig Minuten reichten gar nicht für alle Fragen. In drei Dörfern der Gemeinde Heiligengrabe waren wir gemeinsam mit dem LINKEN Bürgermeister Holger Kippenhahn unterwegs. Er stellte uns stolz die neuesten Errungenschaften der Dörfer vor.

Aber es gab auch das: Obwohl wir mitten in Groß Gottschow bei der Feuerwehr stehen, ist zunächst weit und breit kein Mensch zu sehen. Ein typisches Straßendorf zur Mittagszeit. Birnenbäume säumen den Weg. Plötzlich kommt der Ortsvorsteher angeradelt und entschuldigt sich, dass so wenige Leute da sind. Es gäbe großes Interesse, aber die Ankündigung sei zu kurzfristig gewesen. Und die regionale Zeitung würden außerdem nur noch wenige lesen.

Im Gespräch packt uns der Ortsvorsteher auch gleich einige Probleme auf den Tisch: Was kann man tun, um die sehr alten, aber das Dorfbild prägenden Häuser zu retten? Wie bekommen wir mehr junge Leute und Familien ins Dorf? Dabei gibt es gerade in diesem Dorf noch viele Kinder, die zur Schule gehen. Brandenburg hat ein interessantes Förderprogramm zum Erwerb und Erhalt alter Gehöfte in Dörfern unter 2.000 Einwohner_innen. Nur leider ist das völlig unbekannt. Es stellt sich schnell raus: es fehlt an Beratung und Informationen. Entscheidungen werden vor Ort kaum noch gefällt, da die meisten Orte in die Kleinstädte der Umgebung eingemeindet sind. Viel Stoff für ein Gespräch in größerer Runde, das am Ende verabredet wurde.

In unserem nächsten Haltepunkt Groß Woltersdorf wieder ein anderes Bild: Großer Bahnhof! Ein 10-köpfiges Team des örtlichen Dorfvereins empfängt uns zur Ortsbesichtigung mit Imbiss, Kaffee und Kuchen. Die Freude über das Interesse und die Wertschätzung über den Besuch ist offenkundig und beeindruckend.

Fazit: Weiter so mit der Dörfertour, die Dörfer leben und die Prignitz ist bunt!