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Die Landwirtschaft muss ihren Beitrag leisten und verbindliche Treibhausgasminimierungsziele erfüllen. Gesucht werden klimaschonende Anbauverfahren sowie Sorten, Rassen und Anbausysteme mit Anpassungspotenzial für die klimatischen Veränderungen.

Landwirtschaft – Klimaschützer oder Klimakiller?

„Sieben Prozent!“, sagen die einen. Von bis zu 35 Prozent gehen die anderen aus. Irgendwo zwischen diesen beiden Zahlen wird der Anteil der deutschen Agrarwirtschaft am Ausstoß von klimaschädlichen  Gasen angegeben. Darum ist die Landwirtschaft auch ein Thema bei den aktuellen Verhandlungen während der UN-Klimakonferenz in Paris.

Unstrittig ist, dass sie zum Klimawandel beiträgt. Gleichzeitig ist sie Teil der Lösung. Und sie ist eine Leidtragende. Denn die Folgen des Klimawandels bekommt die Landwirtschaft direkt zu spüren. Manchmal positiv, z. B. durch Ertragszuwächse infolge globaler Erwärmung. Aber wesentlich häufiger negativ durch Hitze, Trockenheit, Starkregen oder Überschwemmungen. Damit wird das Problem zur sozialen Frage: Denn zuerst werden diejenigen unter noch mehr Unterernährung und Hunger zu leiden haben, die bereits heute in den armen Regionen der Welt leben. Schon heute flüchten jährlich über 30 Millionen Menschen vor Naturkatastrophen und ihren Folgen. Der Klimawandel wird das verstärken.

Die Landwirtschaft muss ihren Beitrag leisten und verbindliche Treibhausgasminimierungsziele erfüllen. Gesucht werden klimaschonende Anbauverfahren sowie Sorten, Rassen und Anbausysteme mit Anpassungspotenzial für die klimatischen Veränderungen. Zentral ist dabei das Ökosystem „Boden“. Der Schutz und die Verbesserung des Humusanteils sind nicht nur wichtig für die Pflanzenernährung, sondern auch für die Bindung von Kohlenstoff. Deshalb sind die Wiedervernässung von Mooren und der Erhalt von Wiesen und Weiden so wichtig. Ihre nachhaltige Nutzung muss unterstützt, ihre Umwandlung zu Acker vermieden werden.

Es kommt darauf an, die dem jeweiligen Agrarökosystem angepasste, klimaschonende Landnutzungsart zu finden. Da z. B. Kraftfutter einen höheren Methanausstoß bei Wiederkäuern verursacht als Gras und Heu ist es klimapolitisch klüger, sie mit so viel Gras und Heu und so wenig Kraftfutter wie möglich zu füttern. Ein Weide-Rind trägt zu einer annähernd klimaneutralen Produktion bei.

Auch der Anbau von Getreide und Gemüse muss so klima- und ressourcenschonend wie möglich gestaltet werden. Der Ökolandbau ist hierfür eine gute Orientierung. Anstatt auf den Zukauf von mineralischen Düngemitteln zu setzen – deren Abbau und Transport die Klimabilanz der Landwirtschaft verschlechtern – setzen Biobetriebe auf geschlossene Kreisläufe. Das heißt, Düngung und Produktion müssen zwischen Tier, Pflanze und Boden in Einklang gebracht werden.

Für die Linksfraktion steht daher – neben der Förderung regionaler Produktion, Verarbeitung und Vermarktung aller Lebensmittel – die Förderung des Ökolandbaus ganz oben auf der Agenda. Auch während der Diskussion um die EU-Agrarförderung (GAP) haben wir uns für das Greening, also für mehr sozial-ökologische Leistungen der GAP eingesetzt. Sie soll zielgerichteter konkrete Leistungen für mehr Biodiversität und Klimaschutz honorieren.  Und auch das Düngerecht muss so überarbeitet werden, dass Düngung sparsamer und klimaschonender erfolgt.

Die Langversion dieses Artikels können Sie hier lesen.