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„Die Lage für Dorsch und Hering in der Ostsee ist sehr ernst. Das macht die Forderung einer Fangquote Null des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) vom 29. Mai 2019 für den Hering in der westlichen und erstmals auch für den Dorsch in der östlichen Ostsee überdeutlich. Das ist nicht nur ein Alarmzeichen für das Ökosystem Ostsee, sondern verschärft die Existenznot der Fischerinnen und Fischer. Sie verlieren zwei wesentliche „Brotfische“, wenn die Politik der Forderung aus der Wissenschaft folgt. In dieser Notsituation darf die Bundesregierung nicht länger abtauchen, sondern muss endlich die Karten auf den Tisch legen, wie sie der Fischerei in der Ostsee helfen will.“, so Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der LINKEN im Bundestag anlässlich des am 8. Juni anstehenden Tag des Meeres.

Dr. Kirsten Tackmann weiter:

Im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft am 8. Mai 2019 erklärte die Bundesregierung zunächst den Bericht des ICES abwarten zu wollen, obwohl bereits zu diesem Zeitpunkt abzusehen war wie akut die Lage ist. DIE LINKE hatte die Initiative ergriffen und das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Nun, da die Empfehlungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler da sind, passiert wieder nichts. Noch nicht mal zu einer Presseerklärung konnte sich die Bundesregierung bisher durchringen.

Nicht nur der Lebensraum Meer ist betroffen. Auch die Fischerinnen und Fischer und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Fischverarbeitung und -vermarktung sind von einem möglichen Fangstopp betroffen. Sie zahlen die Zeche für ein System, das auf Kosten von Mensch und Natur lebt. DIE LINKE fordert deshalb sozialen Ausgleich. Neben einkommenswirksamen Unterstützungen ist eine nachhaltige Fischerei zum Schutz der Bestände sowie konsequentes Handeln gegen Schwarzfischerei im Interesse aller. 

Auf EU-Ebene werden nun bis Herbst 2019 hinter verschlossenen Türen die Fangquoten verhandelt. DIE LINKE bleibt dabei: die Meere und seine Mitbewohner gehen uns alle was an. Sie versorgen uns mit Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Erholungsangeboten. Das hat auch der Weltbiodiversitätsrat in seinem aktuellen Zustandsbericht unserer Ökosysteme und ihrer Artenvielfalt erneut bestätigt. Darin heißt es, dass Küstenökosysteme einige der größten historischen Verluste aufweisen, während ein zunehmender Anteil der Fischbestände auf nicht nachhaltige Weise befischt wird. Daher braucht es unverzüglich eine sozial und ökologisch ausgerichtete Meeresfischerei und nicht erst 2020.