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Fangquoten an soziale und ökologische Kriterien binden

„Die Verteilung der Fangquoten muss in Zukunft deutlich strenger an soziale und ökologische Kriterien ausgerichtet werden. Wer die handwerkliche Fischerei wirklich unterstützen will, muss sie deutlich stärker als bisher an den Quoten beteiligen. Außerdem wird deutlich mehr Unterstützung bei der Umstellung auf schonendere Fanggeräte gebraucht. Das Leitprinzip ´Wer viel hat, dem wird gegeben´ muss in der zukünftigen Fangquotenverteilung ein Ende haben. Die EU hat dafür die Möglichkeiten geschaffen, die Bundesregierung muss sie endlich nutzen.“, kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Linksfraktion zur Entstehung von Fangquoten und deren Verteilung.

LINKE wills wissen – Fanquoten

Fischfang soll ökologisch und nachhaltig stattfinden in den Gewässern in und um Europa. In den letzten Jahren gab es hierfür immer wieder Rückschläge und vor allem für die kommerziell wichtigen Fischpopulationen in der Ostsee auch mit erheblichen sozioökonomischen Folgen. Mit der Kleinen Anfrage sollen die vorhandenen Lücken hinsichtlich der Fairness bei der undurchsichtigen Verteilung der Fangquoten der Gemeinsamen Fischereipolitik Europas aufgeklärt werden.

Ökosystem Nord- und Ostsee besser schützen

„Meere sind die am wenigsten geschützten Gebiete der Erde. Sie stehen unter einem enormen Einfluss menschlichen Handelns. Das begrenzt auch die Widerstandsfähigkeit der Meeresökosysteme zum Beispiel gegen die Folgen des beginnenden Klimawandels. Die intensive Nutzung von Meeren und Küstengebieten durch hohen Fischereidruck, Gewinnung von Öl und Gas, Eintrag von Mikroplastik oder Schadstoffen über die Flusssysteme oder die Ausbreitung von urbanen Lebensräumen in Küstengebiete bringen diese Ökosysteme an ihre Belastungsgrenzen. Die Folgen sind sowohl Existenznot der Fischerei als auch Verlust biologischer Vielfalt. Der Weltbiodiversitätsrat hat genau vor einem Jahr seine düstere Einschätzung vorgelegt. Jetzt müssen endlich die richtigen Weichen gestellt werden: hin zu einer nachhaltigen Fischerei und einem effektiven Schutz der Meeresbiodiversität.“, kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag anlässlich des Tags des Meeres am 8. Juni.

Fischerei braucht auch Soforthilfen

„Wenn die Küstenfischerei und kleine Hochseefischerei aufgrund der Corona-Pandemie, also ohne eigenes Verschulden, Fangquoten nicht ausfischen können, braucht sie zur Existenzsicherung Soforthilfen. Eine Übertragung der Fangmöglichkeiten auf die kommende Fangsaison hat eher symbolischen Wert, denn auch im kommenden Jahr muss sich die Quotenfestlegung an den wissenschaftlichen Empfehlungen orientieren, die auf der Grundlage der Bestandsschätzungen erfolgen und nach Prinzip des maximalen nachhaltigen Ertrags. Im günstigsten Fall trägt ein Nichtausschöpfen der diesjährigen Fangquoten zur Erholung der Fischbestände bei, so dass höhere Quotenerhöhungen beschlossen werden können. Die rechnerische on top Übertragung wäre dagegen kontraproduktiv und würde ohne Soforthilfe für viele kleine Hochseefischer ohnehin zu spät kommen. Auch nach der Pandemie dürfen wissenschaftlichen Fangquotenempfehlungen nicht ignoriert und das EU-Fischereirecht eingehalten werden. Sonst droht eine Verlängerung der Krise in der Hochseefischerei aufgrund Überfischung.“, kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, die Überlegung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jetzt nicht ausgeschöpfte Fangquoten im nächsten Jahr kumulativ hinzuzurechnen.

Tackmanns Halbzeit – Rechenschaft für 19. Wahlperiode geht online

„Das Bergfest einer schleppend begonnenen, aber trotzdem sehr intensiven Wahlperiode ist vorbei. Ein ‚Fest‘ war auch sowieso unangebracht angesichts der vielen ungelösten gesellschaftspolitischen Großkonflikte. Viel Arbeit für Bundestagsabgeordnete, erst Recht für eine LINKE. Nicht nur fachpolitisch bei Agrar, Forst und Fischerei, sondern auch im ländlichen Heimatwahlkreis 56, also Prignitz, Opstprignitz-Ruppin und Teile des Havellandes. Um diese Arbeit transparent für Wählerinnen und Wähler abzurechnen und gleichzeitig die Ergebnisse leicht zugänglich zu machen, haben wir sie grafisch aufbereitet – anschau- und nachlesbar auf www.kirsten-tackmann.de unter ‚Tackmann’s Halbzeitbilanz I 19. Wahlperiode‘“., so Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE zum Online-Gang ihrer Halbzeitbilanz. Wer wissen will welche parlamentarischen Initiativen die Brandenburger Bundestagsabgeordnete in der ersten Hälfte der aktuellen Wahlperiode auf den Weg gebracht hat, kann sich auf dem Plakat durchklicken.

DIE LINKE will’s wissen – EU-Fischereipolitik

Bis spätestens 2020 soll die exzessive Nutzung von Fischbeständen oberhalb des höchstmöglichen Dauerertrags in EU-Gewässern beendet werden. Das bedeutet eine nachhaltige EU-Fischerei ab 2020. Im Dezember 2019 stehen wieder Verhandlungen mit Norwegen und den Küstenstaaten an. Daher wollen wir von der Bundesregierung den aktuellen Stand im Vorfeld zu den Verhandlungen erfahren.