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„Jedes Jahr derselbe Skandal. Dieses Jahr müssen Frauen in Deutschland bis zum 21. März 2013 arbeiten, um bei gleichwertiger Arbeit auf die gleiche Lohnsumme wie ihre männlichen Kollegen für das Jahr 2012 zu kommen. Solange das so ist, werde ich wie jedes Jahr am Equal Pay Day gegen die Lohndiskriminierung von Frauen protestieren,“ so Dr. Kirsten Tackmann zum diesjährigen Equal Pay Day, der dieses Jahr in Deutschland am 21. März stattfindet. Unter dem Motto „Frauen haben ein Recht auf Mehr!“ demonstrieren die Frauen und Männer der Bundestagsfraktion DIE LINKE zwischen 12 und 14 Uhr am Brandenburger Tor.

Tackmann weiter:

„Der Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen beträgt bei uns im Durchschnitt immer noch skandalöse 22 Prozent, in ländlichen Regionen mehr als 30 Prozent. Das ist selbst für EU Verhältnisse hoch – im Durchschnitt beträgt die sogenannte Lohnlücke aller Mitgliedsstaaten 16,2 Prozent.

Während die Männer 2012 durchschnittlich auf einen Brutto-Stundenlohn von 19,60 Euro kamen, erhielten die Frauen mit 15,21 Euro deutlich weniger. In der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei erhielten die Frauen 2010 13 Prozent weniger Brutto-Stundenlohn.

Etwa ein Fünftel der Lohnlücke wird durch die geringe Entlohnung z. B. in Dienstleistungsberufen verursacht. Frauen arbeiten häufiger und oft auch gezwungenermaßen in Teilzeit. Und Frauen sind kaum in Führungspositionen vertreten, und wenn, ist der Lohnabstand zu den männlichen Kollegen mit 30 Prozent noch größer.

Es ist inakzeptabel, wenn erwerbstätige Frauen noch öfter als Männer nicht von ihrer Arbeit leben können!

Thema des Equal Pay Days 2013 sind die Gesundheitsberufe. Diese sogenannten sekundären Dienstleistungsberufe verlangen nach qualifizierten Fachkräften, entlohnen sie aber niedrig. 80 Prozent sind Frauen.

In der Landwirtschaft wird nicht einmal statistisch erfasst, wie viele Frauen voll oder als Teilzeitkräfte arbeiten. Aber diese Daten werden gebraucht zur politischen Bewertung der sozialen Situation von Frauen in der Landwirtschaft.

In ländlichen Regionen wie in meinem Heimatwahlkreis verschärft sich das Problem noch einmal, wenn die öffentliche Daseinsvorsorge bröckelt, es an Kitaplätzen oder Gesundheitsversorgung mangelt oder Regionalbahnlinien ausgedünnt werden. Dann sind es in der Regel die Frauen, die in Teilzeit gehen oder gehen müssen, um diese Versorgungsdefizite privat auszugleichen. Abgesehen davon dass existenzsichernde Arbeit hier generell Mangelware ist.

DIE LINKE fordert: Entgeltgleichheit! Wir brauchen eine gesetzliche Grundlage, die die Lohndiskriminierung der Frauen konsequent überwindet.“