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„Die biologische Vielfalt ist unsere Lebensgrundlage. Deshalb ist der Schutz dieses gesellschaftlichen Reichtums eine der zentralen politischen Aufgaben. Ein System der Ausbeutung von Mensch und Natur verliert die Akzeptanz und wird scheitern.“, so Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt.

Dr. Kirsten Tackmann weiter:

Nicht die einzige, aber eine wesentliche Rolle spielt die Art und Weise der Landbewirtschaftung. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass zum Beispiel beim Insektensterben Gefahr im Verzug ist. Es wird zur Bedrohung für Landwirtschaft und Gartenbau selbst. DIE LINKE fordert deshalb auch aus sozialer Verantwortung in einem aktuellen Antrag das unverzügliche Umsteuern der Agrarpolitik im Interesse der nachhaltig wirtschaftenden Agrarbetriebe. Dazu muss sowohl die Ordnungs- als auch die Förderpolitik an soziale und ökologische Kriterien gebunden werden. Die Weidetierhaltung ist eine wichtige Stütze der biologischen Vielfalt und braucht selbst mehr Unterstützung. Der Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln muss minimiert werden. DIE LINKE will aber nicht nur Symptome, sondern die Ursachen bekämpfen, denn es geht nicht nur um Kosmetik.

Anstatt einer Politik für Saatgut-, Chemie-, Schlacht- und Handelsunternehmen wird die Förderung der regionalen Wertschöpfung mit Produktion, Verarbeitung und Vermarktung gebraucht. Regionale Wirtschaftskreisläufe fördern auch kostendeckende Erzeugerpreise. Nicht Wachstum und Export im Interesse einiger Weniger dürfen die Maxime sein, sondern eine Lebensmittelproduktion, die sich am Gemeinwohl und an der Versorgungssicherung orientiert. Dazu gehört, das Zulassungsverfahren strikt unabhängig sein und dem Vorsorgeprinzip folgen müssen. Gefährliche Wirkstoffe oder agrogentechnisch veränderte Pflanzen dürfen gar nicht erst zugelassen werden. Dass antragstellende Konzerne selbst Studien zur Unbedenklichkeit ihrer Produkte einreichen, ist absurd. Die Risikobewertung muss unabhängig, transparent und alle Gefahren umfassend erfolgen. Nicht nur Wirkstoffe sind zu untersuchen, sondern auch Formulierungen. Nicht nur kurzfristige Folgen müssen analysiert werden, sondern auch langfristige und kumulative.

Die vielen Initiativen in den Bundesländern zeigen, dass das Thema Artensterben immer mehr Menschen beschäftigt. Die Politik steht in der Verantwortung, dieses Thema in den Parlamenten zu verankern und Entscheidungen zu treffen. Die Bundesregierung schläft hier genauso wie die Koalitionsfraktionen. Die Zeit zum Handeln ist längst überfällig. Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch.

Hier der Antrag „Gemeinsame Agrarpolitik ändern – Insektenfreundliche Landwirtschaft fördern“ (19/9344).