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„Bis zu 20 Prozent der Ackerfläche weisen potentiell bewirtschaftungsbedingte Verdichtungen auf. Die Bundesregierung räumt diese Defizite beim Bodenschutz ein, zieht aber nicht die nötigen Konsequenzen daraus. Nach Beendigung des UN Jahres des Bodens ging DIE LINKE der Frage auf den Grund, wie die Bundesregierung die notwendige Priorität des Erhalts und der Verbesserung der Bodenqualität umgesetzt hat.“ So MdB Dr. Kirsten Tackmann anlässlich der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Langfristige Sicherung der Bodenfruchtbarkeit“

(Bundestagsdrucksache 18/07864).

Dr. Kirsten Tackmann weiter:

„Handlungsbedarf beim vorsorgenden Bodenschutz, Flächenversiegelung beim Ausbau der Infrastruktur zu Lasten der landwirtschaftlichen Flächennutzung und der natürlichen Bodenfunktionen wie Wasserfilterung und –speicherung sieht auch die Bundesregierung.
Die gute fachliche Praxis ist in der Landwirtschaft als Instrument ist aber viel zu schwammig geregelt. Bereits Ende 2004 hatte die Umweltministerkonferenz Defizite bei der guten fachlichen Praxis festgestellt und Abhilfe gefordert. Dennoch kam die Bundesregierung nie über einen Prüfauftrag hinaus.
Auch jetzt weiß sie noch nicht, ob sie der Empfehlung des Rats für Nachhaltige Entwicklung folgt, nicht nur für 2020 maximal 30 Hektar Flächenverlust pro Tag anzustreben, sondern auch für 2050 die Zielzahl auf 0 Hektar zu senken. Die Bundesregierung stellt sogar fest, es lägen keine Kenntnisse über eine generelle Verschlechterung der Bodenqualität in Deutschland vor. Wie lange wir uns jedoch auf den guten natürlichen Voraussetzungen des Bodens in Deutschland verlassen können, ohne ihn konsequent zu konservieren, kann nicht prognostiziert werden. Wenn es jedoch zu spät ist, gibt es keinen schnellen Weg zurück. 100 bis 200 Jahre dauert es, bis sich 1cm neue Humusschicht bildet.
Von vielen Praxisbetrieben höre ich, wie benachbarte Pachtflächen an ihre Nährstoffreserven gebracht werden, weil die Verantwortung nicht länger reicht als der Pachtvertrag. Ob ein Unterschied der Bodenfruchtbarkeit abhängig der Besitzverhältnisse besteht, konnte uns die Bundesregierung leider nicht beantworten. DIE LINKE Agrarpolitik wird sich weiter für Zugang zu Boden und seine langfristige Fruchtbarkeitsstabilität einsetzen.“

Berlin, 30.03.2016