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Vormittag: Besuch des Naturparks "Uckermärkische Seen"

Vor Ort fand eine Diskussionsrunde mit NaturparkvertreterInnen, dem Bürgermeister, dem Ortsvorsteher sowie mit Forstmitarbeitern und regionalen Stadt- und Kreistagsverordneten der LINKEN zur Privatisierung des ehemaligen Truppenübungsplatzes Tangersdorfer Heide statt.

Die Brandenburgische Bodengesellschaft (BBG) hat ein munitionsverseuchtes Gelände von 620 Hektar ausgeschrieben. Das Land will den Verkaufserlös zur Munitionsberäumung nutzen. Eine berechtigte Frage dabei ist: was hat dann die Brandenburger Bevölkerung vom Verkauf eines Waldgebietes? Die PDS hatte in den 1990ern den Beschluss zur Bodenprivatisierung abgelehnt und die Überführung in einen Bodenfond vorgeschlagen. Jetzt zeigen die Ergebnisse der Privatisierungspraxis der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) und der BBG, dass dies der bessere Weg gewesen wäre.

Zum Abschluss der Gesprächsrunde wurde ein gemeinsamer Standpunk deutlich: Aktuell muss es um die Verhinderung der Veräußerung des Grundstückes an eine Privatperson gehen. In diesem Zusammenhang habe ich ein Moratorium für alle Bodenverkäufe gefordert. Dennoch bleibt ein Streitpunkt: Soll das Gelände in Landesbesitz bleiben und vom Landesforstbetrieb bewirtschaftet werden? Dieser steht aber gerade aufgrund falscher politischer Entscheidungen unter erheblichen ökonomischen Druck. Der Vorteil wäre dabei: Fachkräfte aus dem Überhang (öffentlichen Dienst) könnten hier nach der Forstreform unterkommen. Fraglich bleibt trotzdem, ob dann nicht später wegen vermeintlichen "Sparzwängen" der Wald doch noch verkauft werden würde? Oder wäre ein jetziger Verkauf an die Stiftung Brandenburger Naturlandschaften und damit eine Umwandlung in Naturentwicklungsgebiet möglich? Es wäre zwar auch eine Form von "Privatisierung" aber immerhin an einen gemeinnützigen Träger.

Nachmittag: Gespräch mit VertreterInnen des Bauernverbandes zur aktuellen Agrarpolitik

Vor Ort führte ich ein sehr anregendes und sehr konstruktives Gespräch mit gemeinsamen Sichtweisen zur Landwirtschaftspolitik in der Erzeugergemeinschaft Wichmannsdorf mit Mitgliedern des Kreisbauernverbandes Uckermark. Es war eine breite Diskussion über verschiedene Themen: angefangen von Milchpolitik, über Bodenverkäufe, die BVVG sowie Fragen zur Betriebsnachfolge. Der Betrieb hat mich begeistert, er ist super organisiert.

Deutlich wurde, dass die Landwirtschaftsbetriebe sich oft von Regierungspolitik alleingelassen fühlen. Sie befinden sich ökonomisch in einer sehr angespannten Situation, dabei wird in diesem Zusammenhang oft die vielfältige soziale Rolle der Landwirtschaftsbetriebe in den Dörfern unterschätzt. Es ist eine berechtigte Forderung, dass Politik dazu beitragen muss, dass diese Betriebe, als die Stützpfeiler in den Dörfern, auch als Arbeitgeber erhalten bleiben.

Am Abend: Frauen in ländlichen Räumen

Im Multikulturellen Zentrum in Templin fand am Abend eine Diskussionsrunde zu Frauen in den ländlichen Räumen statt. Das sehr aufmerksame Publikum wurde durch interessante Fragen der Gastgeberin Kathrin Frese, der Leiterin des Multikulturellen Zentrums, durch den Abend geführt. Eine überraschende Erkenntnis bei einer Zuhörerin war, dass die Rollenstereotypen oft sehr unbewusst funktionieren – sie hat als Unternehmerin potentielle Probleme mit kleinen Kindern immer nur mit den jungen Bewerberinnen, nicht aber mit den jungen Bewerbern im Zusammenhang gedacht.

Die Diskussion des Abends führte über verschiedene Themen. Angefangen von der Frage zu der unterschiedlichen Sozialisation von Frauen in Ost und West. Wie sieht eine familienfreundliche Arbeitswelt aus? Warum ziehen Frauen sich zurück? Welche diskriminierenden Wirkungen hat der Rückbau der öffentlichen Daseinsvorsorge in den ländlichen Räumen gerade für junge Frauen in den Dörfern und kleinen Städten? Es ging bis hin zu der Frage, was Gleichstellungspolitik mit dem Handeln der Regierenden in Land und Bund zu tun hat? Letztlich aber auch was DIE LINKE dazu beitragen kann, dass sich Frauen wieder mehr einmischen und engagieren, auch in der LINKEN.