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Aktive Gleichstellungspolitik für Frauen ist auch in den ländlichen Räumen keine Frage der Gewährung von Zugeständnissen, sondern die Umsetzung eines Rechtsanspruchs.

©Rühmeier RNE

Frauen an die Agrarfördertöpfe

Für eine geschlechtergerechte Agrarpolitik

vom Büro Dr. Kirsten Tackmann

Es stagniert in Deutschland für Frauen auf dem Land und in der Landwirtschaft – und das seit Dekaden. Gerade mal 10 Prozent der Agrarbetriebe werden von Frauen geleitet. Das ist weit unter dem Durchschnitt der EU, die mit 28 Prozent Betriebsleiterinnen auch nicht gerade geschlechtergerecht glänzt. Ein Blick auf unsere Nachbarinnen im Baltikum – hier Lettland und Litauen –  zeigt wie es anders laufen kann, wenn der politische Wille vorhanden ist. Fast 45 Prozent der Agrarbetriebe laufen dort unter weiblicher Führung. Dies im Übrigen seit Jahrzehnten, Tendenz leicht ansteigend (43 % im Jahr 2007).

Und so bleibt die Forderung der LINKEN nach Geschlechtergerechtigkeit hoch aktuell – auch in der gegenwärtigen Debatte über die Ausrichtung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) nach 2020.

Die Förderpolitik muss sich strukturell ändern, denn nach wie vor ist die europäische Agrarförderung von Männern für Männer gemacht. Frauen profitieren nur in geringem Maße von den Geldern aus Brüssel. Was wir brauchen sind spezifische Förderungen und der direkte Zugang der Frauen zu den Fördertöpfen, die sie wirtschaftlich ermächtigen. Das meint auch eine bessere Einbeziehung von Frauen in Entscheidungsgremien, eine geschlechtergerechte Programmplanung und -umsetzung – und die Evaluierung der Ergebnisse.

Auch das Europaparlament fordert im Antrag „Frauen und ihre Rollen in ländlichen Gebieten“ (P8_TA(2017)0099) zum wiederholten Male, dass junge Frauen bei der Übernahme eines landwirtschaftlichen Betriebs gefördert werden und ihnen der Zugang zu Agrarflächen und Krediten gewährt werden sollte. Die Gleichstellung von Frauen und Männern sei eines der wichtigsten Ziele der EU und ihrer Mitgliedsstaaten, so der Antrag und fordert neue Maßnahmen mit denen die Beteiligung von Frauen im ländlichen Raum am Arbeitsmarkt.

Wir LINKE werden dafür streiten, dass sich die Politik auf die Verbesserung der Lebensverhältnisse für Frauen fokussiert und ihnen neue Lebensperspektiven und Erwerbschancen eröffnet. Ländliche Räume müssen als Wirtschafts- und Lebensräume gefördert werden, die auf den Sachverstand und die Kompetenz von Frauen setzen. Gemeinwohlpolitik und öffentliche Daseinsvorsorge gehören selbstverständlich dazu. Das heißt funktionierende alltagsrelevante Infrastrukturen wie öffentlicher Nahverkehr, Dienstleistungen, Kinderbetreuung, Gesundheits- und Pflegedienste wie auch Bildungs- und Kultureinrichtungen.

Die geringere Wertschätzung der Arbeit von Frauen und ihre gesellschaftliche Diskriminierung muss beendet werden – nicht nur in der Agrarpolitik. Nächste Woche, am 18. März, ist Equal-Pay-Day. Frauen in Deutschland verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als ihre Kollegen.

Ein Grund, auf die Straße zu gehen, um für Geschlechtergerechtigkeit zu kämpfen, damit es nicht länger stagniert in Deutschland für die Frauen…