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Deutsche Ratspräsidentschaft muss gegen Verbot der Immunokastration in der Öko-Schweinehaltung handeln

„Dass die EU-Kommission die Immunokastration mit den Vorschriften der ökologischen Schweinehaltung nicht für vereinbar hält, ist in der Sache unsinnig und führt zu einer maximalen Verunsicherung unter den sauenhaltenden Öko-Betrieben. Dabei sind sowohl Immunokastration als auch Ebermast zwei international anerkannte Optionen, um ganz aus der chirurgischen Ferkelkastration auszusteigen, was längst überfällig ist. Die Bundesregierung muss ihre EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um den Einsatz der Immunokastration in der ökologischen Schweinhaltung auf EU-Ebene zu sichern“, so Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, bezüglich der Sonder-Agrarministerkonferenz zur Nutztierhaltung am 27. August. Tackmann weiter:

Tackmanns Rede – Chirurgische Ferkelkastration beenden!

Die vorgelegte Verordnung zur Ferkelkastration ist eine erneute Kapitulation der Koalition vor rein wirtschaftlichen Interessen. Auf Kosten des Tierschutzes und obwohl er als Staatsziel im Grundgesetz steht! Das ist inakzeptabel!

Dabei ist pikanterweise die von der Koalition – ganz im EInvernehmen mit Schlachtkonzernen und Lebensmitteleinzelhandel – favorisierte Isoflurannarkose die am wirtschaftlich und Tierschutzrechtlich am schlechtesten bewertete Alternative von drei Möglichkeiten. Zudem bei Jungebermast und so genannter Immunokastration ganz auf chirurgische Kastration verzichtet werden kann. 

Narkosen gehören nicht in die Hände tierärztlicher Laien

Die Isofluran-Narkose in die Hand tierärztlicher Laien zu geben ist ein Offenbarungseid des Bundesagrarministeriums in Sachen Tierschutz. Aber das auch noch als Erfolg für die konsequente und schnelle Verfolgung des Endes der betäubungslosen Ferkelkastration zu verkaufen, ist zynisch. Statt die Weichen zukunftsweisend und verlässlich auf den vollständigen Ausstieg aus der chirurgischen Kastration zu stellen, wird mit einem teuren, rechtsunsicheren und fachlich fragwürdigen Weg der Schmerz der männlichen Ferkel ohne Not weiter verlängert. Das ist inakzeptabel.“, so Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag zum Beschluss der Isoflurannarkose-Verordnung in der Kabinettsitzung vom 08. Mai 2019. 

Weitere Thünen-Studie bestätigt wirtschaftliche Vorteile des Ausstiegs aus der chirurgischen Ferkelkastration

„Warum auch immer diese Studie lange unveröffentlicht blieb, sie bestätigt abermals die wirtschaftlichen Vorteile der Ebermast und der Immunokastration. Damit gibt es keinen Grund, den aus Tierschutzsicht zwingend nötigen endgültigen Ausstieg aus der chirurgischen Ferkelkastration weiter zu verzögern. Die Position der Tierärzteschaft und der LINKEN wird bestätigt. Das macht allerdings die gerade erfolgte Zulassung der Isofluran-Narkose wirtschaftlich unsinnig, zumal sie weder tier- noch arbeitsschutzgerecht ist. Schon gar nicht in der Hand von kurzbeschulten Tierhalterinnen und -haltern. Warum schlägt die Bundesregierung dennoch den wissenschaftlichen Rat ihrer eigenen Ressortforschung aus? Auf wessen Seite steht das Ministerium? Auf der Seite der Schlachthofkonzerne, die vernünftige Lösungen verweigern, oder der Erzeugerbetriebe, die von ihnen abhängig sind?“, fragt Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag zur neu veröffentlichten Studie des Thünen-Instituts.

Ferkelkastration: Bundesregierung fährt weiter in die Sackgasse

„Die Bundesregierung unterstützt die tierschutzrechtlich sicheren und volkswirtschaftlich sinnvollen Methoden Ebermast und Immunokastration höchstens halbherzig. Die Blockade der Schlachtindustrie gegen so behandelte Schweine ist eine Verweigerung der Mitwirkungspflicht an der Umsetzung gesetzlicher Regelungen. Hier nur als Bittstellerin aufzutreten zeigt ein merkwürdiges Verständnis vom Staatsziel Tierschutz. Gleichzeitig behindert die Bundesregierung sogar den möglichen endgültigen Ausstieg aus der chirurgischen Ferkelkastration, in dem sie gegen ernsthafte juristische Zweifel die Isoflurannarkose durch die Tierhalter_innen ermöglichen will. Das ist ein tierschutzpolitischer Offenbarungseid,“  kommentiert Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der LINKEN die gestrige Sitzung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft.