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Es geht um Wald mit Wild (Rede zur 1. Lesung Bundesjagdgesetz)

Das Ziel ist ein erfolgreicher Waldumbau bzw. Wiederaufforstung, auch ohne Zaun. Das kann gelingen, aber in der Anhörung müssen wir ernst diskutieren, ob die vorgeschlagenen Neuregelungen geeignet sind. Gebraucht werden standortangepasste Wilddichten und kluge Jagd-Konzepte. Das setzt eine enge Zusammenarbeit vor Ort voraus, mehr Jagd- und Wildforschung und gut ausgebildetes und bezahltes Forstpersonal!

Tackmanns Bundestagsreport – Agraretat

Dass aus dem Agraretat auch der Umbau der Tierhaltung, die Umsetzung der Düngeverordnung, die Ackerbaustrategie, das Insektenschutzgesetz usw. unterstützt wird, ist richtig. Das Geld wird dringend gebraucht. Aber warum sollen das nur die Steuerzahler:innen bezahlen und nicht die, die vom falschen System der Dumpingpreise und -standards profitieren – die Konzernzentralen von Supermarktketten, Schlachthöfen, Molkereien oder Chemieriesen.

Leitbild Jagd als Kompass in schwierigen waldbaulichen Zeiten erst recht erforderlich

„Die gute Balance zwischen Wald und Wild, von der Bundesagrarministerin Klöckner spricht, funktioniert nur mit einem breiten gesellschaftlichen Konsens zu den Zielen der Jagd und ihren Beitrag zum Wald als Ökosystem, zu dem auch das Wild gehört. Dazu gehört ein neues Leitbild Jagd, dessen Erarbeitung bereits in der aktuellen Waldstrategie 2020 angekündigt war. Diese Debatte ist überfällig. Sie wird angesichts der schwierigen Situation in vielen Wäldern noch dringender gebraucht. Die Verantwortung vor Ort zu stärken heißt allen Beteiligten vor Ort einen Kompass in die Hand zu geben als Richtschnur zur Lösung der vielen Zielkonflikte. Weder Ignoranz gegenüber regional sehr hohen Wildbeständen noch Wild als Forstschädling aufzufassen werden dem komplexen Ökosystem Wald gerecht, um das es allen gehen muss.“, kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, den Entwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes.

Runder Tisch zu Wald und Wild hat Potenzial

„Die Jagd kann und soll einen Beitrag zur Bewältigung der Krise in den Wäldern leisten. Das Bundesjagdgesetz muss einen Dreiklang aus angepassten Wildbeständen an das Waldökosystem, einer stärkeren Berücksichtigung wildökologischer Nutzungsansprüche und eine neue Partnerschaft zwischen Jagdausübungsberechtigten und Waldbesitzenden sichern. Der Vorschlag eines Runden Tisches zu Wald und Wild ist sehr sinnvoll, um dieses Ziel zu erreichen. Dazu gehört auch die gemeinsame Entwicklung eines Leitbilds Jagd zur langfristige Orientierung auf Gemeinwohlinteressen.“, kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, den Vorschlag zur Einrichtung eines Runden Tisches zu Wald und Wild im Zuge der Novelle des Bundesjagdgesetz und die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage Nr. 8/393.

Bundesregierung verspielt mit Unwissenheit bei Agroforstsystemen die Zukunft

„Die geballte Unwissenheit der Bundesregierung beim Thema Agroforstsysteme ist schockierend. Sie hat immer noch nicht verstanden, dass es bei Agroforst um weit mehr als Kurzumtriebsplantagen geht. Das ist nicht nur peinlich, sondern auch ein Tritt in den Allerwertesten für die Landbewirtschaftenden und Forschergruppen, die sich seit vielen Jahren für die Nutzung der Potenziale von Agroforstsystemen für mehr Klima,- Boden- und Gewässerschutz auf Landwirtschaftsflächen engagieren. Die Bundesregierung muss endlich aufwachen und zeigen, dass sie ihr Versprechen aus dem Klimaschutzprogramm, den Ausbau der Förderung von Agroforstsystemen, ernst meint.“, kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Rechtliche Verankerung der Agroforstwirtschaft als Voraussetzung für mehr Agroforstsysteme in Deutschland“ (Drs. 19/21759).