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Wo wenig Fortschritt ist, kann man wenig berichten

„Bundesregierung und Koalition müssen im Endspurt der Wahlperiode eine ordentliche Schippe drauflegen um Defizite zu beheben und die Versprechen des Koalitionsvertrags einzuhalten. Opt-out-Regel, Bodenmarktregulierung, Eiweißstrategie, Tiertransporte, Datensouveränität, Werbeverbot für Dumpingpreise oder Bleimunition sind nur einige der offenen agrarpolitischen Flanken, bei denen endlich Antworten gegeben werden müssen.“, kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Fortschrittsbericht der Bundesregierung in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung, gesundheitlicher Verbraucherschutz und Ländliche Räume“ (Drs. der Kleinen Anfrage 19/23984).

Tiertransporte: mit voller Geschwindigkeit in die Sackgasse

„Wenn sogar Stimmen aus der Union laut werden für eine Idee, ist ihre Umsetzung längst überfällig. Wie die Rückkehr zu regionalen Schlachthofstrukturen. Dass Schlachthofkonzerne zu den Risikostrukturen gehören, wissen wir schon lange, und die Pandemie macht es noch deutlicher. Haltungsnahe Schlachtstätten machen lange Tiertransporte überflüssig, Kontrollen sind effizienter. Dass sich die Bundesregierung nach wie vor weigert, selbst die völlig unnötigen Lebendtiertransporte in Drittstaaten zu verbieten, ist unverantwortlich – gegenüber den Tieren und den Menschen in den Fahrerkabinen der Tiertransporter, aber auch gegenüber Klima und Umwelt“, erklärt Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zum Internationalen Tag gegen Tiertransporte am 1. Juli.

Tackmann weiter:

Wann wenn nicht jetzt aus Lebendtierexporten aussteigen?

„Dass in der Pandemie-Situation weiter Lebendtiere exportiert werden, ist absurd. Aktuell kann Tierschutz und Versorgung der Tiere noch weniger gesichert werden als im Alltagsmodus. Die Aufforderung der EU-Kommission, nur die nötigsten Nutztiertransporte durchzuführen, ist eine Flucht aus der Verantwortung. Ausbaden müssen das mal wieder die Veterinärämter, die das am Ende entscheiden müssen. DIE LINKE fordert von der Bundesregierung ein sofortiges Moratorium für Lebendtierexporte. Diese sind generell unnötig, weil Fleisch statt Schlachttiere und Eizellen oder Sperma statt Zuchttiere transportiert werden können. Das gilt erst Recht in Krisenzeiten. Grundsätzlich hat die Corona-Pandemie das Risiko durch die Abhängigkeit von globalen Lieferketten gerade bei Lebensmitteln sowohl für die Versorgungssicherung als auch für das Wirtschaftssystem sehr deutlich gemacht. Das macht ein Umdenken hin zu regionalen, kooperativ ausgerichteten Wirtschaftskreisläufen zwingend.“, kommentiert Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag die Antwort der Bundesregierung auf ihre Schriftliche Frage.

Chemischen Pflanzenschutz und Tiertransporte minimieren

Als LINKE wollen wir das Risiko von Pflanzenerkrankungen minimieren und dass gefährliche Pestizid-Wirkstoffe gar nicht erst zugelassen werden. Lebendtiertransporte in Drittländer müssen verboten, Transporte zum nächsten Schlachthof verkürzt werden. LINKE will nicht nur Symptome lindern, sondern die strukturellen Ursachen beseitigen. Im Interesse von Mensch, Tier und Natur.